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Gestern Stipendiat - und heute?

Matthias Kamp
China-Korrespondent des Magazins „WirtschaftsWoche“
Jahresstipendium 1991-1992, Fu Dan Universität, Shanghai

"Das Faszinierende an Asien sind der Pragmatismus der Menschen und die rasche wirtschaftliche Entwicklung."

„Chinakorrespondent für die Wirtschaftswoche zu sein, bedeutet, ständig gute und spannende Geschichten auszugraben, zu recherchieren und zu schreiben, vor allem, was die schnelle wirtschaftliche Entwicklung angeht.“ Matthias Kamp weiß, wovon er spricht. Der langjährige Wirtschafts- und Politikredakteur der „WirtschaftsWoche“ ist seit Anfang Januar Korrespondent des deutschen Magazins in China.

Der 41-Jährige ist ein echter Asienkenner. Den Grundstein dazu legte der Zufall. „Ich bin 1988 an ein Praktikum beim Goethe-Institut in Seoul gekommen, während der Olympischen Spiele dort. Das war meine erste Berührung mit dem Fernen Osten und ich war vom ersten Moment an von Asien fasziniert“, erinnert er sich. „Zu dieser Zeit stand ich kurz vor dem Ende meiner Ausbildung zum Hotelfachmann. Ich beschloss, sie abzuschließen und dann, irgendetwas mit Asien’ zu studieren.“

Das „Irgendetwas“ füllt Matthias Kamp konkret: Er studierte Sinologie, Klassisches Chinesisch und Ethnologie in Trier. Ein DAAD-Stipendium führte ihn während des Grundstudiums für ein Jahr an die Fu Dan Universität in Shanghai. „Shanghai hat dazu beigetragen, zu verstehen, dass China nicht nur Faszination und Exotik bedeutet, sondern dass der Alltag auch oft sehr schwierig ist. China hat trotz der raschen Entwicklung große Probleme – zum Beispiel im Umweltschutz - ,und die kulturellen Unterschiede zwischen West und Ost sind nicht immer leicht zu überbrücken. Shanghai war eine ernüchternde, aber wichtige Erfahrung“, resümiert Kamp.

Nach dem Studium absolvierte er ein 18-monatiges Volontariat als Redakteur bei der Holtzbrinck-Schule für Wirtschaftsjournalisten in Düsseldorf. „Einen schöneren Beruf als Journalist gibt es nicht, man reist durch die Welt, lernt jeden Tag interessante Leute kennen und darf sie fragen, was man will“, begründet Kamp seine Motivation, Journalist zu werden. Nach dem Volontariat arbeitete er ein Jahr als Redakteur bei der WirtschaftsWoche, um Anfang 1998 als Korrespondent des Blattes nach Singapur zu gehen. „Das war eine spannende Zeit, damals tobte gerade die Wirtschafts- und Finanzkrise in Südostasien. Ich wurde Zeuge des Umsturzes und des Endes der Diktatur in Indonesien“, erinnert sich Kamp.

2002 kehrte er nach Düsseldorf in die Zentrale zurück und arbeitete im Ressort Politik, bevor es ihn im Januar 2007 für mindestens die nächsten drei Jahre nach China lockte. Seither lebt er mit seiner Frau und den beiden Söhnen mitten in der Pekinger Innenstadt.

Journalistische Schwerpunkte sind die Bildungs- und Sozialpolitik, Wirtschafts- und Finanzpolitik, aber auch Wissenschafts- und Forschungspolitik und die Bemühungen der chinesischen Unternehmen, ins Ausland zu expandieren. Genau die Themen sind es auch, die er als Korrespondent liefert, dazu auch mal „buntere“ Sachen über Kunst und Architektur. „Natürlich gibt es in China keine Pressefreiheit, das ist bekannt. Ich muss vor allem auch Zeitungen aus Hongkong, Südostasien und den USA lesen“, sagt er.

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