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Gestern Stipendiat - und heute?

Florian Maier-Aichen
Künstlerischer Fotograf
Jahresstipendium 1999-2000 University of California, Los Angeles/USA

"Wäre ich in Deutschland geblieben, ich wäre bestimmt verloren gegangen"

Fast unakademisch, auf jeden Fall aber locker und persönlich sei seine Ausbildung an der UCLA gewesen, meint Florian Maier-Aichen. Mit einem DAAD-Stipendium in der Tasche ging er 1999 nach Kalifornien, um dort Kunst und Fotografie zu studieren. „Die UCLA ist für ihre hemdsärmelige Ausbildung bekannt, es gab nicht so viel Theorieunterricht, dafür wurde mehr über die eigentliche Arbeit gesprochen.“ Als Florian Maier-Aichen gefragt wurde, ob er nicht bleiben und seinen “Master of Fine Arts“ machen wolle, überlegte er nicht lange. An der Universität Essen hatte er Kunst studiert, war dort aber nicht glücklich. „Es gab in Essen damals zwar eine kleine künstlerische Fotografieklasse, aber insgesamt fehlte der Austausch mit anderen Disziplinen. Man war gefangen im Feld der angewandten Künste –Produktfotografie, Grafikdesign und Werbung.“

Die Entscheidung, nach L.A. zu gehen, sei auch eine bewusste Reaktion auf den vorherrschenden Stil in Deutschland gewesen. „Ich wollte ausbrechen aus der deutschen Fotografie mit ihrem diffusen Licht und der mangelnden Flexibilität. Wäre ich in Deutschland geblieben, ich wäre bestimmt verloren gegangen“, resümiert er heute.

So entdeckten die Amerikaner den Künstler. Zwei der wichtigsten jungen US-Galerien – 303 Gallery und Blum&Poe – gaben ihm Einzelausstellungen ebenso wie das Museum of Contempory Art (MOCA) in Los Angeles. Maier-Aichens Bilder waren während der Whitney Biennial 2006 im New Yorker Whitney Museum of American Art und bei Baronian-Francey in Brüssel zu sehen. Gerade arbeitet der junge Künstler an einer neuen Ausstellung, die ab Ende Mai im Rahmen der Photo Espana im Thyssen Bornemisza Museum in Madrid gezeigt wird.

Florian Maier-Aichen fotografiert sehr wenig und „kreuz und quer“, wie er sagt. „Ich fotografiere nur auf Film, 4x5 oder 8x10 inch, weil ich die Textur des Filmes und die Konventionen der Fotografie sehr schätze.“ Die Fotos lässt er dann einscannen und bearbeitet sie am Computer. „Ich überlege mir ein Motiv, mache ein paar Testfotos und Zeichnungen und fotografiere es dann richtig.“ Nach dem Scannen nimmt er sich sehr viel Zeit, das Bild am Rechner zu vollenden. Maier-Aichen nennt sich selbst einen langsamen Arbeiter: „Es kann Monate dauern, die Arbeiten zu verdichten. Wenn es soweit ist, werden die Arbeiten dann wieder auf konventionellem Fotopapier belichtet.“

Bereits vorgestellte Alumni aus der Rubrik "Gestern Stipendiat - und heute?" finden Sie hier.
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