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Mai ist Vegetarierin. "Ich hatte ein wenig Angst davor, dass ich mit dem Essen in Deutschland Probleme bekommen könnte. In Vietnam hatte ich vorher Fernsehreportagen über die deutsche Esskultur gesehen. Meist wurden dann bergeweise Schweinshaxen, Bratwürste und Schinken gezeigt. Ich dachte deshalb, dass alle Deutschen ganz viel Fleisch essen."
Lebensmittel aus aller Welt: Doch schon bei ihrer Ankunft in Deutschland sprangen Mai die zahlreichen asiatischen Imbissbuden und Obsttheken ins Auge. Inzwischen weiß Mai, dass die deutsche Küche sehr international geprägt ist. Fast alle ihre deutschen Freunde kaufen Bioprodukte, einige von ihnen sind Vegetarier wie 
Supermärkte: Großes Angebot an Biowaresie selber.
Frisches Obst und Gemüse vom Wochenmarkt oder aus der Markthalle: Mit ihrer Freundin Nina geht Mai regelmäßig an den Wochenenden in der Markthalle einkaufen "Das ist ein bisschen so wie bei mir zu Hause in Vietnam. Die Händler rufen lauthals ihre Waren aus. Manchmal kann man mit ihnen sogar über den Preis verhandeln. Es gibt dort Obst, Gemüse, Milchprodukte und vieles mehr aus deutschem Anbau - Äpfel aus Brandenburg, Gurken aus dem Spreewald, Kirschen vom Bodensee, Käse aus den Alpen - und genauso selbstverständlich Kiwis aus Neuseeland, Lichies aus China oder Grünen Tee aus Vietnam. Sogar die ganz normalen Haushaltsartikel wie Putzmittel, Kerzen bis hin zu Geschirr und Töpfen kauft Mai manchmal in der Markthalle ein. "Dort ist es etwas teurer als normalerweise in den Supermärkten, aber ich mag das Ambiente", sagt Mai.
Kostengünstig einkaufen im Discountladen: Am Monatsende, wenn das Geld knapp wird, sucht Mai auf jeden Fall einen der Discountläden (Billigsupermärkte) auf. Die Auswahl an frischem Obst und Gemüse ist dort nicht ganz so groß wie auf dem Markt, dafür aber sehr günstig. Während der Woche geht Mai ohnehin in der Hochschulmensa essen. Dort gibt es garantiert immer ein vegetarisches Gericht - für rund 2,10 bis 2,50 Euro. "Bei Kürbisschnitzel mit Kartoffelpüree oder Gemüselasagne werde ich schwach", gibt Mai lächelnd zu. Doch nicht nur günstiges Essen bietet die Mensa. Sie ist für Mai ein wichtiger Treffpunkt, um zwischen den Seminaren ihre Freunde zu Gesicht zu bekommen und neue Kontakte zu schließen.

Mensa: Gute Qualität zu kleinen PreisenDie Studentenwerke betreiben Mensen und Cafeterien, wo Studierende und Hochschulangehörige zu sehr günstigen Preisen jeden Tag essen und trinken können. In der Mensa können Sie komplette Mittagsgerichte einnehmen und manchmal auch zu Abend essen. Zur Auswahl stehen Salate, Suppen, vegetarische Essen sowie Fleisch- und Fischgerichte. Einige Mensen bereiten sogar spezielle Mahlzeiten für Muslime oder Angehörige anderer nicht-christlicher Glaubensrichtungen zu.
In der Cafeteria wiederum können Sie sich den ganzen Tag über mit Brötchen, Snacks, Kuchen, warmen und kalten Getränken bei Kräften halten.
Zahlungsmittel: Bargeld, Reiseschecks, electronic cash, Kreditkarten
Bargeld / Reiseschecks: Die Währung in Deutschland ist der Euro (www.euro.ecb.int/de.html).
Vor allem in kleinen Läden kann nur mit ihm gezahlt werden. Geld und Reiseschecks können bei Banken und Sparkassen getauscht werden, Bargeld manchmal auch an Automaten. In Touristenzentren gibt es Wechselstuben. Dort wird aber ein höherer Wechselkurs verlangt.
electronic cash (ec/maestro) mit Eurochequekarten: Bei vielen Banken können Sie sie zu Studentenkonditionen erwerben (nicht zu verwechseln mit der Kreditkarte "Eurocard"). Mit der EC-Karte können Sie fast überall bargeldlos bezahlen. Achten Sie auf das ec/maestro-Zeichen an der Kasse. Geldautomaten, an denen Sie mit der Eurochequekarte Geld abheben können, stehen in großer Anzahl bereit.
Kreditkarten: Größere Geldbeträge können Sie mit den weltweit bekannten Kreditkarten begleichen. An der Tür des jeweiligen Geschäfts gibt es Aufkleber, die angeben, welche Kreditkarten akzeptiert werden. Auch an Geldautomaten können Sie mit Kreditkarte Bargeld abheben - allerdings zu hohen Gebühren.
Scout Nina hat für Sie einen kleinen Einkaufsratgeber zusammen gestellt.
Gebraucht oder doch lieber nagelneu? Möglichst billig oder eher exklusiv? Einfach oder ausgefallen um jeden Preis? Das äußerst vielfältige Warensortiment und die zahlreichen Einkaufsmöglichkeiten in Deutschland lassen keine Wünsche offen. Vom kleinen Secondhand-Laden und Trödelmarkt bis zur gläsernen Einkaufpassage und Luxusshoppingmeile ist alles dabei.
Supermärkte und Discounter: Vom Lebensmitteldiscounter bis zum Feinkostladen - für jeden Geldbeutel gibt es das passende Geschäft. Die meisten Deutschen bevorzugen es, ihre Lebensmittel im Supermarkt zu kaufen. Dort gibt es eine große Auswahl in- und ausländischer Nahrungsmittel sowie Haushaltsartikel (wie Spülmittel, Küchenpapier) und Drogerieartikel (wie Shampoo, Zahnpasta) zu bezahlbaren Preisen.
Besonders günstig ist das Einkaufen in Discountläden, die aufgrund ihres hohen Umsatzes gute Produkte zu guten Preisen anbieten können.
In fast allen Supermärkten kann man mit Bargeld und EC-Karte bezahlen.
Die Öffnungszeiten können von Ort zu Ort stark variieren. Gängige Geschäftszeiten sind: während der Woche zwischen 9.00 bis 19.00 oder 20.00 Uhr; an Samstagen bis 16.00 Uhr (in größeren Städten auch bis 18.00 oder 20.00 Uhr). Sonntags sind die meisten Geschäfte geschlossen. Nur an einigen Hauptbahnhöfen der größeren Städte gibt es Supermärkte, die die ganze Woche über geöffnet haben.
Eine Liste der gängigen Supermärkte finden Sie auf der Webseite www.supermarktangebote.de/supermarktangebote/supermaerkte.shtml.
Wochenmärkte: Auf Wochenmärkten bieten meist Händler aus der Region ihre Waren an. Dies sind in der Regel frische Produkte wie Obst, Gemüse, Käse, Wurst und Fisch. Doch auch Kleidungsstücke und einfache Haushaltsgeräte (Geschirr, Töpfe etc.) können Sie dort erwerben. Die Märkte finden immer am gleichen Wochentag statt. Bezahlen kann man dort nur mit Bargeld.
Tipp: Fragen Sie nach, wie lange auf den Märkten verkauft wird. Viele schließen schon mittags wieder ihre Stände. Und kurz vor Schluss können Sie viele Produkte zu reduzierten Preisen kaufen.
Bioläden: In den meisten Städten gibt es Bioläden. Die Warenpalette bietet von Obst und Gemüse, Getränken, Käse, Brot, Wurst, Süßigkeiten bis hin zu Waschmitteln und Pflegeprodukten so gut wie alles aus biologischem Anbau beziehungsweise artgerechter Tierhaltung. Bioprodukte sind meist etwas teurer als andere Lebensmittel, dafür aber gesund.
In Bioläden kann meist nur mit Bargeld gezahlt werden. Die Öffnungszeiten variieren.
Einen Überblick bieten die Internetseiten www.naturkost.de und www.allos.de/bioladen/bioladen.htm.
Ethnofood: Wie stark die deutsche Gesellschaft bereits multikulturell geprägt ist, zeigt sich an den vielen Restaurants und Lebensmittelprodukten ausländischer Herkunft. Ethnofood hat einen festen Platz in deutschen Küchen und Mägen. Die heute rund sieben Millionen in Deutschland lebenden Ausländer haben ihre Esskultur mitgebracht und erfolgreich etabliert. Manchmal überwiegt die leichte asiatische und mediterrane Kost sogar vor der oft deftigeren deutschen Küche. Und auch die Reiselust der Deutschen hat die hiesigen Essgewohnheiten verändert. Man geht Essen zum Inder, Thailänder, Griechen oder Spanier oder man kauft ein im türkischen, afrikanischen oder chinesischen Supermarkt.
Erwarten Sie jedoch nicht, dass diese Gerichte immer so wie bei Ihnen zu Hause schmecken. Denn wenn auch "vietnamesisch", "marokkanisch" oder "italienisch" drauf steht - beim Ethnofood wird der Geschmack dem deutschen Gaumen angepasst, also weniger scharf und gerne etwas cremiger mit einem Schuss Sahne und ein paar Gramm Butter ...
Flohmärkte und Secondhand-Läden: Mit wenig Geld gut einkaufen: das können Sie mit etwas Glück und Ausdauer auf den Flohmärkten und in Secondhand-Läden (überwiegend gebrauchte Kleidung). Flohmärkte, auch Trödelmärkte genannt, werden oft an den Wochenenden in großen Parkanlagen oder in den Fußgängerzonen der Innenstädte veranstaltet. Dort gibt es so gut wie alles zu kaufen, was das Herz begehrt: Möbel, Kleidung, Schallplatten, CDs, Bücher, Haushaltswaren, Schmuck - nur eben gebraucht und oft recht billig. Viele Anbieter freuen sich, wenn Sie mit ihnen um den Preis feilschen, also verhandeln.
Die Veranstaltungstermine der Trödelmärkte werden in den jeweiligen Stadtmagazinen und Lokalzeitungen und durch Plakataushänge angekündigt.
Auf Flohmärkten und in den Secondhand-Läden können Sie meist nur mit Bargeld bezahlen. Geregelte Öffnungszeiten gibt es oft nicht.

Elaine, Brasilianerin, ist Postdoktorandin der Informatik
Gut und billig essen in der Mensa
"Ich esse fast jeden Mittag in der Unimensa. Das Essen ist dort sehr günstig. Je nach Gericht zahle ich zwischen einem und drei Euro. Das geht ganz einfach mit der Universitätskarte, die ich mit der Einschreibung erhalten habe. Ich muss die nur regelmäßig mit Geld aufladen.
Gut finde ich, dass das Mensaessen sehr abwechslungsreich ist. Es gibt immer ein vegetarisches Essen. Man kann aber auch zwischen Fleisch- und Fischgerichten wählen. Und zu jedem Essen wird reichlich Gemüse und Obst serviert. Das ist sehr gesund. Man kann sich also auch in der Mensa gut ernähren.
Ansonsten gehe ich viel bei Supermärkten wie Minimal, Plus und Aldi einkaufen. Dort bekomme ich zu guten Preisen Bioprodukte. Außerdem kann ich dort kleinere Portionen kaufen. Wenn man alleine wohnt, ist das sehr praktisch. Und ab und zu esse ich mal auswärts. Viele Studentenkneipen bieten kleine Mahlzeiten zu günstigen Preisen an - und obendrein trifft man dort nette Leute."