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Frühzeitig anmelden
Das Angebot an Krippen- und Kindergartenplätzen entspricht nicht immer der Nachfrage. Das kann zu langen Wartezeiten führen. Melden Sie Ihre Kinder deshalb frühzeitig an: für einen Krippenplatz am besten gleich zu Beginn der Schwangerschaft, für den Kindergarten schon mindestens ein Jahr vor dem geplanten Eintritt.
Mai bewundert ihre Freundin Anke sehr. "Anke ist ein Organisationsgenie. Obwohl sie einen fünfjährigen Sohn hat, gibt sie ihre Seminararbeiten immer pünktlich ab", ist die ständig von Zeitsorgen geplagte Mai erstaunt.
Hochschulen betreiben Kindertagesstätten: Das Geheimnis von Anke, die es schafft, zu studieren und gleichzeitig ihren Sohn Kasimir groß zu ziehen: perfektes Zeitmanagement und ein gutes Kinderbetreuungsangebot an ihrer Hochschule. Dabei ist Anke sogar alleinerziehende Mutter und damit noch stärker auf fremde Hilfe angewiesen. "Unsere Uni-Kindertagesstätte bietet eine Ganztagsbetreuung von morgens 7:30 Uhr bis nachmittags um 17:00 Uhr. In dieser Zeit kann ich mich voll auf das Studium konzentrieren. Ich weiß, dass Kasimir dort gut aufgehoben ist."
Ganztagsbetreuung bis zur Einschulung: Seit seinem vierten Lebensmonat geht Kasimir in die Kindertagesstätte - kurz auch Kita genannt. Wenn alles wie geplant läuft, wird er dort bis zu seiner Einschulung in gut einem Jahr bleiben. "Ein perfektes Timing", sagt Anke. "Dann werde ich auch mein Studium abgeschlossen haben."
Wie Anke geht es rund 118.000 von insgesamt 1,98 Millionen Studierenden in Deutschland: Sie wollen Karriere und Kinder unter einen Hut bringen - und nicht, wie es oft üblich ist, auf eines von Beidem verzichten. Ein Blick auf die Statistik zeigt: Die Kinderlosigkeit deutscher Akademikerinnen ist mit über 40 Prozent sehr hoch. Und wenn sie sich trauen, dann oft erst ab Mitte 30. Dabei ist es sogar eine gute Karrierestrategie, mit Kind zu studieren - und nicht eins nach dem anderen anzugehen. Das jedenfalls kann die Direktorin des Nürnberger Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, Prof. Dr. Jutta Allmendinger bestätigen: "Wer mit Kind in relativ kurzer Zeit zu einem guten Studienabschluss gekommen ist, der hat Belastbarkeit bewiesen" - und dass, so die Karriereexpertin, kommt bei Personalchefs gut an.
Frauen- und Gleichstellungsberauftrage nach Sonderregelungen für Eltern fragen: Um die studierenden Mütter und Väter zu entlasten, bieten viele Hochschulen und Studentenwerke eigene Kindertagesstätten und Wohnmöglichkeiten zu günstigen Preisen an. An verschiedenen Hochschulen laufen Modellprojekte, die neue Strukturen und Angebote für ein kinderfreundlicheres Studium austesten. Studierende Eltern können zudem Freisemester (auch Urlaubssemester genannt) beantragen. Teilweise gibt es sogar spezielle Regelungen, die es Eltern ermöglichen, trotz Freisemester Scheine zu erwerben und Prüfungen abzulegen.
Fragen Sie am besten bei den Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten sowie bei den Studentenwerken nach, welche Möglichkeiten es an Ihrer Hochschule gibt. Diese halten unfangreiches Informationsmaterial - oft auch im Internet downloadbar - für Sie bereit.
Studierende Eltern stehen mit der Betreuung und Erziehung ihrer Kinder in Deutschland nicht alleine da. Hier ein kleiner Überblick über Hilfsangebote und wichtige Ansprechpartner.
Kindergeld: Wenn Sie Ihre Kinder mitbringen oder in Deutschland zur Welt bringen, können Sie Kindergeld erhalten. Voraussetzung ist jedoch, dass Sie eine gültige Aufenthaltserlaubnis (nicht Aufenthaltsbewilligung!) haben. Eine Aufenthaltserlaubnis erhalten Sie in der Regel, wenn Sie aus einem EU-Land oder einem EWR-Staat kommen oder wenn Sie einen deutschen Ehepartner haben.
Zur Zeit werden pro Monat folgende Kindergeldsätze gezahlt: 154 Euro jeweils für das erste bis dritte Kind, 179 Euro für jedes weitere Kind. Der Antrag auf Kindergeld wird bei der Kindergeldstelle der örtlichen Arbeitsagentur gestellt - am besten sofort nach der Geburt. Denn Kindergeld wird nicht länger als sechs Monate rückwirkend gezahlt.
Mehr Infos dazu finden Sie auf der Homepage des Bundesfamilienministeriums unter www.bmfsfj.de. Oder rufen Sie die bundesweite Kindergeldhotline der Bundesagentur für Arbeit an: 01801 - 546337 (0,12 €/Minute).
Betreuungseinrichtungen
Studentenwerke: An vielen Hochschulen gibt es spezielle Kinderbetreuungseinrichtungen, meistens getragen von den Studentenwerken. Ob auch Ihre Hochschule ein entsprechendes Angebot bereit hält, erfahren Sie auf der Homepage des Deutschen Studentenwerkes unter www.studentenwerke.de/main/default.asp?id=04301.
Soziale und kirchliche Einrichtungen: Ob Krippenplätze (von 0 bis drei Jahren) oder Kindergartenplätze, Schwangerschaftsberatung oder Unterstützung bei der Kindererziehung: kirchliche und soziale Einrichtungen stehen jungen Eltern mit einem umfassenden Beratungs- und Hilfsangebot zur Seite. Fragen Sie vor Ort nach und informieren Sie sich auf den folgenden Homepages:
Ansprechpartner an Hochschulen
Die folgenden Einrichtungen an Ihrer Hochschule wissen in der Regel Bescheid über Hilfen und Sonderregelungen für studierende Eltern:
Links zum Thema Kind und zum deutschen Schulwesen.
Wissenswertes rund ums Thema Kind bieten Ihnen die folgenden Homepages:
Ausführliche Informationen rund ums deutsche Schulwesen finden Sie auf den folgenden Internetseiten:
Ein Schaubild über die Grundstruktur des Bildungswesens in der Bundesrepublik Deutschland finden Sie hier.

Lala, Aserbaidschanerin, studiert im 9. Semester Grafik-Design
Gut aufgehoben im Kindergarten
"Als mein Sohn David vor vier Jahren geboren wurde, habe ich ein Urlaubssemester genommen. Es ist sehr gut, dass es diese Möglichkeit gibt. Denn die ersten Monate war ich rund um die Uhr mit David beschäftigt. Da hätte ich gar keine Zeit fürs Studium gehabt. So konnte ich mich erst einmal voll auf meinen Sohn konzentrieren, ohne Angst zu haben, etwas im Studium zu verpassen. Seit zwei Jahren nun besucht David den Kindergarten an der Fachhochschule, an der ich studiere. Das ist sehr praktisch. Ich kann ihn dort morgens bevor ich zur Fachhochschule gehe abgeben und nachmittags wieder abholen. Dadurch spare ich viel Zeit. Außerdem fühlt sich David sehr wohl im Kindergarten. Er hat dort viele Freunde und die Betreuer kümmern sich sehr gut um die Kinder. Das ist eine große Hilfe für mich, zumal ich David ohne Vater und ohne Großeltern aufziehe. Zum Glück helfen mir auch einige meiner Freunde und manchmal sogar deren Eltern mit David. Ich bin über jede Hilfe froh. Denn neben David und dem Studium muss ich zwischendurch jobben, um genügend Geld zum Leben für uns beide zu haben."