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Studentenpartys: Ausgelassen feiernViel Arbeit, wenig Vergnügen? "Bei uns zu Hause glauben viele, dass die Deutschen Arbeitstiere sind, bei denen der Spaß etwas zu kurz kommt. Doch das stimmt ganz und gar nicht", hat Tomás während seines nun einjährigen Studienaufenthaltes in Deutschland gemerkt. "Erst kürzlich war ich auf einem internationalen Bierfest - dem >>längsten Biergarten der Welt<<. Dort wurden 1.700 Bierspezialitäten aus 75 Ländern angeboten. Die meist deutschen Besucher feierten ausgelassen und tanzten sogar - und das über drei Tage lang", ist Tomás noch immer etwas erstaunt.
Vielfältiges Freizeitangebot lässt keine Wünsche offen: Natürlich wusste Tomás schon vorher, dass viele Deutsche in ihrer Freizeit gerne mal ein Glas Bier trinken und am Wochenende ins Fußballstadion gehen. Doch wie sehr die Deutschen ihre freie Zeit genießen und wie vielfältig das Angebot ist - das hätte er vorher nicht gedacht. "Es ist wirklich für jeden Geschmack etwas dabei. Wer Extremsportarten liebt kommt ebenso auf seine Kosten wie ein Liebhaber abstrakter Kunst oder ein Freund ausgefallener Restaurants.
Hochschulen bieten reichhaltiges Kulturprogramm an: Tomás nutzt intensiv das kulturelle Angebot an seiner Uni. So organisiert der Akademische Filmclub Abende mit internationalen Autorenfilmen und das Kulturbüro veranstaltet Lesungen mit zeitgenössischen Autoren. Manchmal möchte Tomás auch nur abtanzen. "Der beste Ort dafür ist die Studentendisco, die jeden Samstag im Wohnheim meines Freundes Markus steigt. Die ganze Nacht Salsa und Merenge tanzen - danach ist der Kopf garantiert frei und der Studienstress vergessen", weiß Tomás aus reichhaltiger Erfahrung.
Wo gerade welche studentische Fete oder Kulturveranstaltung stattfindet, das erfährt Tomás durch seine drei Mitbewohner. Oder er geht am Schwarzen Brett in der Nähe der Mensa vorbei. Und hat Tomás mal Lust auf was Neues, dann kauft er sich die aktuelle Ausgabe des Stadtmagazins. Dort gibt es alle 14 Tage ein umfangreiches Veranstaltungsprogramm, mit Terminkalender und Ausgehtipps.
Kleiderordnung
Viele Diskotheken haben spezielle Kleiderordnungen. Es kann also vorkommen, dass Sie vom Türsteher abgewiesen werden, wenn Sie nur mit Jeans und T-Shirt bekleidet sind. Doch trösten Sie sich: Das geht Ihren deutschen Kommilitonen genauso. Dann heißt es: Sich nicht lange herumärgern, sondern den nächsten Tanzschuppen ansteuern. Die meisten Unistädte bieten zahlreiche Möglichkeiten, den Abend durchzutanzen. Viele Musikclubs und Diskos haben von 22:00 Uhr abends bis in die frühen Morgenstunden geöffnet. Die meisten Kneipen und Restaurants hingegen schließen spätestens gegen Mitternacht.
Ein kleiner Wegweiser für Sie, damit Sie schnell das passende Freizeitprogramm für sich finden.
Staatliche Theater, Museen, Opernhäuser und auch viele Kleinkunstbühnen und Kinos bieten spezielle Tarife für Studierende an. Wollen Sie in den Genuss der bis zu 50 Prozent ermäßigten Karten kommen, müssen Sie einfach Ihren Studentenausweis an der Kasse vorlegen.
Veranstaltungstermine und Öffnungszeiten erfahren Sie aus der Tageszeitung oder den Stadtmagazinen, die ein vielfältiges Serviceangebot rund ums Ausgehen bieten. Eine Auflistung fast sämtlicher Stadtmagazine finden Sie im Netz unter http://de.wikipedia.org.
Die meisten Kultureinrichtungen verfügen zudem über eigene Internetauftritte, sodass oft ein kurzer Klick reicht - und schon wissen Sie, was wo los ist. Einen Überblick über deutsche Museen bietet zudem die Internetseite www.deutsche-museen.de. Opernhäuser sind bei www.mezzosopranistin.de aufgeführt und die Theaterwelt Deutschlands wird unter www.theater.de beschrieben. Lohnenswert ist auch ein Besuch der mehrsprachigen Homepage Deutschland online (www.magazine-deutschland.de), wo Sie sich bundesweit über Konzerte, Ausstellungen und Kulturevents informieren können.
Neben dem Studium Sprachen lernen, an einem Gitarrenkurs teilnehmen oder sich über Trends in der aktuellen deutschen Kunstszene informieren? Dann sind Sie bei der örtlichen Volkshochschule (VHS, www.vhs.de) am richtigen Platz. Die Volkshochschulen - ebenso wie einige lokale Bildungswerke und kirchliche Einrichtungen - bieten ein vielfältiges Bildungsprogramm an, inklusive Sport, künstlerische Betätigungen (wie Bildhauerei und Fotografie) und berufsbezogene Qualifikationen (etwa EDV-Kurse). Auch hier gibt es für Studierende meistens ermäßigte Tarife. Das aktuelle Programm der Volkshochschulen liegt in Buchhandlungen aus, die Bildungswerke schicken Ihnen bei Anfrage ihren Prospekt zu.

Liu, Taiwanesin, studiert Chemie
Paradies für Klassikfans
"Viel Zeit um Ausgehen habe ich nicht, da ich viel für die Uni tun muss. Entweder bin ich damit beschäftigt, ein Protokoll zu schreiben oder ich muss eine Prüfung vorbereiten. Außerdem habe ich als Studentin nicht so viel Geld - und Ausgehen kann ganz schön teuer sein. In Kneipen und Discos gehe ich daher ganz selten. Das ist aber kein großer Verlust für mich, da mich Ausstellungen und Konzerte viel mehr interessieren. Als Klassikfan komme ich in Deutschland voll auf meine Kosten. Das Angebot ist einfach hervorragend. Wann immer ich kann, gehe ich in die Oper oder in die Philharmonie. Was mich besonders begeistert: Wenn Werke aufgeführt werden, die lange Zeit unbeachtet auf einem Dachboden lagen und plötzlich wieder entdeckt wurden. Das ist ein einmaliges Erlebnis. Leider reicht mein Budget nicht immer aus, um mir eine Karte zu kaufen. Mit etwas Glück komme ich manchmal an eine der verbilligten Studentenkarten für acht bis zehn Euro. Die werden immer erst kurz vor Vorstellungsbeginn an der Abendkasse ausgegeben. Nützlich ist auch der Studentenausweis, mit dem ich hin und wieder eine Ermäßigung erhalte."