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Tomás möchte nach dem Studium für ein deutsches Unternehmen arbeiten. "Dafür ist es wichtig, die deutsche Sprache und Mentalität gut zu kennen", weiß Tomás. Außerdem ist er neugierig auf Menschen aus anderen Kulturen. Tomás möchte wissen, wie sie leben und was sie denken. Deshalb nutzt er seinen Deutschlandaufenthalt, um möglichst viele Kontakte zu Deutschen zu schließen.
Freizeitangebote an der Hochschule nutzen: "Wenn man ein Hobby hat, ist es meist ganz einfach, schnell andere Leute kennen zu lernen. Ich habe mich also sofort an der Uni nach einer Rockband umgesehen", berichtet der begeisterte E-Gitarrist. Jetzt trifft sich Tomás zwei mal die Woche mit seiner siebenköpfigen Band. Den Proberaum stellt die Uni den Studenten zur Verfügung. Nachher gehen die Musiker meist noch zusammen ein Bier trinken. "Zwei meiner deutschen Freunde habe ich über die Band gefunden. Toll ist, dass wir auch sonst viel gemeinsam unternehmen. Markus nimmt mich immer mit in die coolsten Musikclubs. Björn geht mit mir am Wochenende zum Drachenfliegen", ist Tomás zufrieden.
Mai hat es ähnlich wie Tomás gemacht. Sie hat sich beim AStA das Programm vom Hochschulsport besorgt und dann beim Body-Workout-Kurs angemeldet. Dort kann sie nun einmal die Woche ihre Muskeln trainieren und gleichzeitig ihre Freundin Nina treffen. Die beiden haben sich übrigens im Master-Studiengang kennen gelernt. "Ich fand Nina auf Anhieb sympathisch. Sie hat mich gleich am ersten Tag vor der Seminartür angesprochen. Das war gut für mich, da ich etwas schüchtern bin", erinnert sich Mai.
Unbedingt beim AStA und der Fachschaft vorbei gehen: Nina, die auch Tutorin an der Uni ist, ist sehr kontaktfreudig. Geht sie auf eine Party oder Infoveranstaltung vom AStA oder der Fachschaft, nimmt sie Mai immer gleich mit. Bei einer dieser Gelegenheiten hat Mai ein paar Leute vom AStA-Ausländerreferat näher kennen gelernt. "Mich interessiert politische Arbeit sehr. Ich finde es wichtig, dass man sich für andere engagiert", sagt Mai. Deshalb koordiniert sie jetzt beim AStA die internationale Umwelt-AG. Und wenn sie selber mal ein Problem hat, helfen ihr ihre Kommilitonen vom Fachschaftsrat an ihrer Fakultät gerne weiter. "Mit guten Kontakten kommt man einfach leichter durchs Studium", ist Mai überzeugt.
Angebote an der Hochschule nutzen!
Neu in der Stadt und noch keine Freunde? Dann sollten Sie sich unbedingt an Ihrer Hochschule umschauen. Dort gibt es zahlreiche Möglichkeiten, andere Studierende kennen zu lernen, wie beispielsweise beim Hochschulsport, in der Theater- oder Literatur AG, im Hochschulchor, beim Campusradio oder in der Redaktion der Studentenzeitung, beim AStA-Ausländerreferat oder bei den religiösen Studierendengemeinden. Gehen Sie dort einfach mal vorbei. Neue Gesichter sind immer herzlich willkommen.
Einen Überblick über die Angebote an Ihrer Hochschule finden Sie im Vorlesungsverzeichnis, auf der Hochschulwebsite und an den Schwarzen Brettern der Fakultäten und Institute. Fragen Sie auch bei Ihrer Fachschaft und dem AStA nach.
Viele Fachschaften und Asten veranstalten zu Vorlesungsbeginn Einführungstage für Studienanfänger - eine gute Möglichkeit für Sie, erste Kontakte zu schließen und gute Tipps für den Studieneinstieg zu erhalten.
Interessant ist auch das Angebot der verschiedenen Studenteninitiativen, wie AIESEC (alle Disziplinen), bonding (Ingenieure und Naturwissenschaften), ELSA (Juristen), IAESTE (Ingenieure) oder ISHA (Historiker), die Kontakte zu Unternehmern, Politikern oder Wissenschaftlern unterhalten und dazu zahlreiche - internationale - Veranstaltungen durchführen. Eine Übersicht über Studenteninitiativen und ihre Verbreitung finden Sie im Internet unter:
Speziell an internationale Studierende richtet sich der Newcomer-Service, den viele Studentenwerke im Programm haben. Besondere Serviceangebote für Neuankömmlinge bieten zudem die Akademischen Auslandsämter sowie die Evangelischen Studierendengemeinden und Katholischen Hochschulgemeinden. Sie organisieren Exkursionen, Willkommenpartys und Begegnungsabende. Nehmen Sie solche Einladungen wahr.
Wollen Sie sich mit anderen internationalen Studierenden treffen und austauschen? Dann sollten Sie sich bei einer der regionalen WUS-Gruppen (World University Service) engagieren. Der WUS bietet neben Beratungsangeboten auch Tutorien, Mentorenprogramme und Deutschkurse an. Die vollständigen Adressen der WUS-Gruppen finden Sie im Internet unter www.wusgermany.de.
Wer über gute Kontakte zu Kommilitonen und Dozenten verfügt, hat es einfacher, im Studium klar zu kommen. Hier ein paar Insidertipps, wie Sie spielerisch mit anderen in Kontakt kommen:
1. Gehen Sie aktiv auf Ihre Mitstudenten zu: Warten Sie nicht darauf, dass die anderen den ersten Schritt tun. Oftmals sind andere Menschen schüchtern und trauen sich einfach nicht, Sie anzusprechen. Wenn immer alle abwarten, wie sollen da Kontakte zustande kommen?
2. Eignen Sie sich ein paar Grundregeln der nonverbalen Kommunikation an: Mit Blickkontakt und einem Lächeln können Sie Ihrem Gegenüber signalisieren, dass Sie sich für ihn interessieren. Reagiert er nicht oder schaut er weg, dann ist es eben nicht der richtige Zeitpunkt dafür. Und denken Sie daran: in Deutschland ist es üblich, dass man sich beim Gespräch direkt in die Augen blickt. Das bedeutet aber noch lange keine Einverständnis für ein Treffen.
3. Üben Sie sich in der Kunst des Small Talk: Wer es schafft, über Alltägliches unterhaltsam und anregend zu plaudern, erobert im Flug die Aufmerksamkeit. Denken Sie also nicht krampfhaft darüber nach, mit welchem tiefsinnigen Thema Sie bei den anderen Eindruck machen können.
4. Wählen Sie für den Einstieg ins Gespräch einen angemessenen Aufhänger: Dafür stehen Ihnen grob skizziert drei Themen zur Auswahl:
5. Halten Sie das Gespräch am Leben, indem Sie offene Fragen stellen: Dazu gehören die Fragewörter: Wie? Warum? Wann? Auf welche Weise? Ihr Gegenüber kann darauf nur schwer mit einem knappen "Ja" oder "Nein" antworten. Sie erhalten dadurch mehr zusätzliche Informationen, die Sie in den Fortgang des Gesprächs mit einbeziehen können.
6. Pflegen Sie Ihren neu gewonnenen Kontakt: Soziale Kontakte gedeihen nicht von sich alleine. Sie selber (und ihr neuer Kontaktpartner) sind dafür verantwortlich, wie gut sich der neue Kontakt entwickelt. In Zeiten des Internets ist es einfach, sich mit einer Mail ab und zu unverfänglich in Erinnerung zu bringen.