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Studieren und Forschen in Deutschland

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Studieren und Forschen in Deutschland


Die Deutschen nehmen kein Blatt vor den Mund

Lesetipp ''Interkulturelle Kommunikation''

Offen für Neues
Leben in einem anderen Land bedeutet interkulturelle Erfahrung hautnah. Davon berichten Experten im DAAD-magazin.
Lesen Sie hier mehr.

Für Außenstehende sind die kulturellen Spielregeln eines Landes manchmal etwas schwierig zu verstehen. Auch in Deutschland gibt es die ein oder andere Verhaltensregel, die Sie aus Ihrer Heimat vielleicht anders oder gar nicht kennen. Mit roten und grünen Ampelmännchen zeigen wir Ihnen, was geht und was Sie besser lassen sollten:

Grünes Licht für: 

+ Bei der Begrüßung Hände schütteln.

+ In Gesprächen Blickkontakt suchen und lächeln.

+ Fremde Personen immer siezen.

+ Bar oder mit EC-Karte bezahlen.

+ Getrennte Rechnungen. Jeder zahlt nur das, was er bestellt hat.

+ Beim Styling ist alles erlaubt, was gefällt. In deutschen Hochschulen gibt es keine Uniform und jeder trägt, worin er sich wohlfühlt.


Rote Karte für: 

- Jeden mit Küsschen links, Küsschen rechts begrüßen.

- Bei Gesprächen auf den Boden starren und einsilbig antworten.

- Jeden sofort duzen. Im Deutschen liegen Welten zwischen "Du" und "Sie". Ausnahme: Studenten unter sich sind per Du von Anfang an.

- Kreditkarten werden in Supermärkten und vielen Geschäften nicht als Zahlungsmittel anerkannt.  Immer genug Bargeld dabeihaben!

- Einer zahlt abwechselnd für alle, ist in Deutschland nicht üblich. Jemanden einen Kaffee oder Drink ausgeben schon, nur nicht ständig. Ihre Großzügigkeit könnte dem anderen unangenehm sein.

- Nicht von der Kleidung auf den Charakter schließen! Besonders im Sommer sind schulterfreie Oberteile, kurze Hosen und Röcke bei Frauen normal und sagen nichts über den Lebenswandel ihrer Trägerin aus.

Kleiner "Benimm"-Test

Damit Sie bei Ihrem Deutschlandaufenthalt nicht gleich in jedes Fettnäpfchen treten, hat unsere Scout Nina einen kleinen Benimm-Test mit je drei Antworten für Sie erarbeitet. Am Ende des Tests erfahren Sie, wie gut Sie die deutsche Mentalität schon kennen.


1. Sie treffen auf der Party des AStA-Ausländerreferats eine Studentin, die Sie heimlich anhimmeln (verehren). Das ist die Gelegenheit für Sie, sie auf sich aufmerksam zu machen. Wie packen Sie es an?:

a)  Sie drängeln sich neben Sie und sagen zu ihr: "Na schöne Frau, wie geht's denn so?"

b)  Sie lauschen dem Gespräch, das sie mit ihren Freundinnen führt. Ab und zu geben Sie einen witzigen Kommentar ab.

c)  Sie stellen sich unauffällig neben sie und fragen sie ganz spontan, ob sie auch beim AStA mitarbeitet.


2. Sie haben einen Termin bei Ihrem Professor/ Ihrer Professorin. Sie haben natürlich Respekt vor ihm/ vor ihr. Also zeigen Sie dieses indem Sie

a)  während des Gesprächs ihren Blick nach unten richten, weil das höflich ist.

b)  ihm / ihr beim Gespräch direkt ins Gesicht blicken.

c)  den Blick auf einen unsichtbaren Punkt an der Wand richten.


3. Sie werden von den Eltern Ihrer Freundin zu Kaffee und Kuchen nach Hause eingeladen. Doch eigentlich finden Sie solche Treffen spießig (sprich von gestern). Wie gehen Sie der Situation aus dem Weg?:

a)  Sie gehen einfach nicht hin.

b)  Sie gehen hin, verspäten sich aber, weil Sie ja eigentlich keine Lust dazu haben.

c)  Sie sagen Ihrer Freundin ganz ehrlich, dass Sie das nicht möchten.


4. Ihr Fachbereich/Institut veranstaltet einen Kongress mit anschließendem Empfang. Sie gehen zu einer Gruppe von Gästen. Einige davon kennen Sie, andere nicht. Was tun Sie?

a)  Sie begrüßen zuerst die Frauen und dann die Männer.

b)  Sie begrüßen zuerst die Unbekannten und stellen sich ihnen dann vor.

c)  Sie begrüßen zuerst diejenigen, die Sie kennen, und stellen sich dann den anderen vor.


5. Sie gehen mit ihren deutschen Freunden zum Essen aus. Als der Kellner die Rechnung bringt,

a)  drängen Sie darauf, dass Sie alles bezahlen, schließlich war es Ihr Vorschlag.

b)  lassen Sie ihre Freunde alles bezahlen, schließlich verdienen die schon eigenes Geld.

c)  schlagen Sie vor, dass jeder sein Essen selber bezahlt.


6. Jeden Tag, bevor Sie ins Institutsgebäude gelangen, kommen Sie beim Pförtner vorbei. Wie verhalten Sie sich ihm gegenüber?:

a)  Sie beachten ihn gar nicht. Was haben Sie mit einem einfachen Pförtner zu schaffen?

b)  Sie sagen freundlich "Guten Morgen" zu ihm und gehen weiter.

c)  Sie hauen ihm auf die Schulter und fragen "He Alter, wie geht's denn heute so?"

Testauswertung:

Wir hoffen, dass Ihnen der Test Spaß gemacht hat. Hier finden Sie die Auswertung. Doch nehmen Sie nicht alle Aussagen so ernst. Viele Deutsche nehmen es mit der Etikette (Spielregeln für gutes Benehmen) nicht ganz so genau. Sie legen viel mehr Wert auf spontanes und natürliches Verhalten. Neugierig geworden? Dann lesen Sie auch, was Ausländern an Deutschen so alles auffällt - im Internet unter: http://service.spiegel.de.

Wir hoffen, dass Ihnen der Test Spaß gemacht hat. Hier finden Sie die Auswertung. Doch nehmen Sie nicht alle Aussagen so ernst. Viele Deutsche nehmen es mit der Etikette (Spielregeln für gutes Benehmen) nicht ganz so genau. Sie legen viel mehr Wert auf spontanes und natürliches Verhalten. Neugierig geworden? Dann lesen Sie auch, was Ausländern an Deutschen so alles auffällt - im Internet unter: http://service.spiegel.de.

Zu 1: Etwas mehr Phantasie bitte!
1a) Mit so einer "plumpen Anmache" (abwertend für Kontaktversuch) blitzen Sie sofort ab. Darauf stehen deutsche Frauen nun gar nicht. Ähnlich verhält es sich, wenn jemand Fremdes sich in ihre vertraulichen Gespräche (1b) einmischt. Die Deutschen schätzen Diskretion, vor allem bei Privatangelegenheiten. Wer ihnen zu schnell auf die Pelle (Haut) rückt, läuft Gefahr, abgewiesen zu werden. Fangen Sie daher lieber mit einem neutraleren Gesprächsthema an (1c) und lassen Sie Ihrem Gesprächspartner/in etwas Zeit. Wenn sie/er Sie interessant findet, teilt sie/er es Ihnen schon frühzeitig genug mit.

Zu 2: "Schau mir in die Augen ..."
Deutsche Hochschullehrer schätzen ein respektvolles Miteinander und gute Umgangsformen bei ihren Studierenden und Mitarbeitern. Unterlegenheitsgesten (2a) zählen aber nicht dazu. Es gilt sogar als ausgemacht unhöflich, wenn Sie beim Gespräch den Blickkontakt vermeiden (2a, 2 c). Personalchefs wiederum würden daraus schließen, dass Sie extra unsicher sind, also ein Minuspunkt für die erfolgreiche Jobsuche. Auf den Punkt gebracht: Deutsche blicken sich beim Gespräch ins Gesicht und haben Blickkontakt. Das ist einfach höflich, aber auch nicht mehr - also weder eine Geste der Zustimmung oder gar der Zuneigung. Das gilt besonders für private Kontakte: Schaut etwa eine Deutsche einen Mann direkt in die Augen, heißt das nicht gleich, dass sie mit ihm flirtet oder ausgehen will. In anderen Kulturen mag das anders sein. In Deutschland ist das ein völlig normales Verhalten, das man jedem gegenüber zeigt.

Zu 3: Das Herz immer auf der Zunge
Von den einen wird sie gefürchtet, von den anderen geschätzt: die berühmt-berüchtigte deutsche Ehrlichkeit. Das heißt für Sie: Wenn Ihnen etwas nicht gefällt, dann sagen Sie es einfach (3c). Niemand nimmt es Ihnen übel, dass Sie eine andere Meinung oder einen anderen Geschmack haben. Doch machen Sie kein Geheimnis daraus. Es kommt viel schlechter an, wenn Sie etwas von "hinten herum tun" (sprich etwas versteckt tun) oder grob unhöflich sind (3b). Und ganz unbeliebt machen Sie sich, wenn Sie der für Sie möglicherweise unbequemen Situation einfach aus dem Weg gehen (3a). Man kann den Deutschen vieles nachsagen, doch Angst vor der eigenen Meinung haben sie nicht. Und das erwarten sie auch von ihren Freunden.

Zu 4: Ladys wollen keine Extrawurst
Deutsche Frauen sind emanzipiert. Sie wollen keine Sonderbehandlung (auch eine Frau darf mal die Tür aufhalten oder im Restaurant bezahlen), sondern gleiche Rechte und Pflichten. Also mögen Frauen auch nicht automatisch als Erste (5a) begrüßt werden. Verhalten Sie sich also situationsangemessen. Ist zufälligerweise eine Frau die einzige Person, die sie in der Gruppe kennen, begrüßen Sie sie natürlich als Erste. Aber eben nicht, weil sie eine Frau ist, sondern weil man hierzulande in der Regel zuerst die begrüßt, die man kennt (5c).

Zu 5: Jeder bezahlt für sich selber
Viele Ausländer sind befremdet, wenn sie das deutsche Bezahlungsritual im Restaurant das erste Mal miterleben. In der Regel bezahlt jeder nur das, was er selber konsumiert hat (5c). Bei größeren Gruppen kann das schon mal in eine lautstarke Ausrechnerei ausarten. Wer deshalb glaubt, die Deutschen seien geizig, der irrt. Hier geht es eher darum, dass jeder sein Gesicht wahrt und sich niemand ruiniert. Bestehen Sie also nicht unbedingt darauf für die anderen zu bezahlen (5a) - und schon gar nicht, wenn Sie mit einer deutschen Frau aus sind. Sonst sind sie sofort als Macho und großspuriger Typ verschrieen. Ausnahme: Es wurde vorher abgemacht, dass sie bezahlen, weil sie Geburtstag haben ... Das gilt auch andersrum: "Schnorrer" (jemand, der auf Kosten anderer lebt) sind unbeliebt. In Deutschland herrscht das Prinzip "Geben und nehmen".

Zu 6: Snobs haben keine Chance
Sie müssen nicht gleich zum besten Freund des Pförtners werden (6c). Etwas mehr Distanz und Respekt (ungefragtes Duzen ist tabu) ist der angemessenere Umgang. Doch egal, ob es sich um den Hausmeister, die Putzfrau oder den Müllmann handelt: Sie sollten sich ihnen gegenüber stets freundlich und höflich (6b) verhalten. Arrogantes Verhalten (6a) gegenüber Menschen aus sozial niedrigeren Schichten ist bei den Deutschen sehr schlecht angesehen.




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DAAD Glossar

Hochschule

Übergeordneter Begriff für die verschiedenen Hochschultypen, wie beispielsweise Universitäten, Fachhochschulen oder Musik- und Kunsthochschulen.

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© 2009 Deutscher Akademischer Austausch Dienst e.V. (DAAD), Kennedyallee 50, D-53175 Bonn
Quelle: http://www.daad.de/deutschland/deutschland/leben-in-deutschland/06346.de.html
Stand: 2009-01-09