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Promovieren ist ganz schön anstrengend - vor allem, wenn das Ende immer näher kommt. In ihrem Blog schreibt Veronika aus dem slowakischen Poprad über ihr Leben in Saarbrücken. Lesen Sie ihren Blog!
Rund 120 Hochschulen in Deutschland bieten die Möglichkeit, im Anschluss an ein wissenschaftliches Studium zu promovieren. Jährlich schließen etwa 25.000 Doktoranden ihre Promotion ab. Sie alle sind der Meinung, dass es nach wie vor die Mühe lohnt, sein Studium mit dem Erwerb des Doktorhutes zu krönen.
Statistiken und Arbeitsmarktprognosen geben ihnen recht: der Bedarf an hochqualifiziertem, international ausgebildetem wissenschaftlichem Nachwuchs steigt ständig. Und dies nicht nur in Deutschland, sondern weltweit.
Ob Dr. oder PhD: Wer seine Promotion zügig und mit überdurchschnittlichem Ergebnis abschließt, wer zugleich gelernt hat, sich auf dem internationalen Parkett zu bewegen, dem winken hervorragende Berufschancen an Hochschulen, Forschungsinstituten und in der Industrie – nicht nur in Deutschland.
In Deutschland gibt es traditionell keine Graduate Schools oder Graduiertenzentren, in denen Doktoranden betreut werden, und auch kein verbindliches Curriculum, das während der Promotionsphase absolviert werden muss. Die Anfertigung der Doktorarbeit, Dissertation genannt, ist das Kernstück der Promotion. Diese wird in Abstimmung mit einem betreuenden Hochschullehrer, dem sog. Doktorvater, als eigenständige Forschungsleistung angefertigt. Da es kein Curriculum gibt, gibt es auch keine festgelegte Dauer des Promotionsstudiums und keine Anwesenheitspflicht. Dieses sehr freie traditionelle System hat Vor- und Nachteile. Wichtig ist in jedem Fall, dass der Doktorand über ein hohes Maß an Selbstständigkeit und Eigenmotivation verfügt und dass das Verhältnis zu dem wissenschaftlichen Betreuer der Dissertation eng und vertrauensvoll ist.
Voraussetzung für die Aufnahme als Doktorand ist in der Regel ein hervorragender Studienabschluss in der entsprechenden Fachrichtung. Dabei sollte es sich um ein mindestens achtsemestriges Studium an einer wissenschaftlichen Hochschule handeln. Immer mehr Promotionsordnungen sehen allerdings auch die Möglichkeit vor, besonders qualifizierte Bachelor-Absolventen zuzulassen. Eine bundeseinheitliche Regelung gibt es in dieser Frage nicht, denn die Promotionsordnungen sind Sache der jeweiligen Fakultäten an den Hochschulen. In der Regel finden Sie die Promotionsordnung auf der Hochschul-Website.
Um herauszufinden, welche Hochschulen in Deutschland welche Promotionsmöglichkeiten bieten, konsultieren Sie am besten folgende Websites:
Wichtig ist zu wissen, dass es keine zentrale Stelle für die Aufnahme oder Auswahl von Doktoranden gibt. Die Entscheidung trifft die aufnehmende Hochschule allein, wobei die wichtigste Rolle der Betreuer spielt. Wenn Sie in Deutschland promovieren wollen, ist also Ihre erste Aufgabe, einen Betreuer zu finden. Hierfür gibt es mehrere Wege
Der nächste Schritt ist die Kontaktaufnahme mit dem gewünschten Betreuer: Schicken Sie diesem eine Mail oder einen Brief mit folgenden Informationen:
Ist dieser interessiert, Sie als Doktoranden anzunehmen, wird er Sie bitten, ein ausführlicheres Exposé zu verfassen (50 - 100 Seiten), in dem Sie Ihr Forschungsvorhaben darlegen. In manchen Fällen müssen Sie auch schriftliche oder mündliche Tests ablegen.
Haben Sie einen Betreuer gefunden, haben Sie die wichtigste Hürde geschafft. Nun muss nur noch festgestellt werden, ob Ihr Abschluss einem deutschen Universitätsabschluss entspricht. Dafür müssen Sie dem Dekan der Fakultät / des Fachbereichs eine Kopie Ihres Abschlusses zusenden und erhalten dann eine schriftliche Äquivalenzbestätigung. Wenn Sie Unterstützung benötigen, können Sie sich jederzeit an das Akademische Auslandsamt der Hochschule wenden.
Eine detaillierte Darstellung, wie Sie sich bei einem Betreuer um eine Promotion bewerben, finden Sie auch hier (nur englisch).
Wenn Sie Ihre Dissertation in deutscher Sprache verfassen möchten, benötigen Sie einen Nachweis über Ihre Sprachkenntnisse (DSH oder TestDaF). Viele Promotionsordnungen sehen aber mittlerweile auch die Möglichkeit vor, die Dissertation in englischer Sprache abzufassen und die Disputation auf englisch zu absolvieren. Einzelheiten regelt die jeweilige Promotionsordnung. Und natürlich muss in erster Linie Ihr Betreuer damit einverstanden sein, dass Sie Ihre Dissertation auf Englisch vorlegen.
Seit einigen Jahren entstehen zunehmend strukturierte Angebote, sog. Promotions-Programme, Graduate Schools, Promotionskollegs oder Graduiertenzentren. Viele von diesen Programmen sind international ausgerichtet. Diese bieten den Doktoranden folgende Vorteile:
Insgesamt gibt es derzeit etwa 360 Angebote zur strukturierten Promotion in Deutschland, davon etwa 130 mit internationaler Ausrichtung. Einige dieser Programme sind in unserer Datenbank „International Degree Programmes in Germany“ enthalten, weitere Anbieter stellen wir Ihnen in Kurzform auf der Seite „Strukturierte Promotionsprogramme“ vor.
Promotionsstudiengänge sind in Deutschland bisher überall gebührenfrei. Um Ihren Aufenthalt in Deutschland zu finanzieren, bietet der DAAD vielfältige Fördermöglichkeiten, detaillierte Beschreibungen finden Sie in der DAAD-Stipendiendatenbank.
Eine Übersicht über weitere Angebote zahlreicher großer Förderorganisationen für ausländische Graduierte in Deutschland finden Sie auf dem deutschen Mobilitätsportal für Forscher.