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DAAD - Deutscher Akademischer Austauschdienst / German Academic Exchange Service
wandel durch austausch. change by exchange.

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Studieren und Forschen in Deutschland


Erfahrungsberichte

Dr. Reinhold E. Schmidt, MD, Molecular Medicine

Das MD/PhD Programm “Molekulare Medizin” existiert bereits seit Herbst 2000. Mittlerweile ist unser Programm aufgrund der exzellenten interdisziplinären Kooperationen von Universitäten und Instituten der Region Hannover und aufgrund der Unterstützung des DAAD (im Rahmen des PHD-Programms) zu einem führenden PhD-Programm Deutschlands avanciert. Das MD/PhD-Programm bildet zusätzlich die Basis der 2003 gegründeten Hannover Biomedical Research School. Wir legen sehr großen Wert auf Qualitätssicherung. Dies zeigt sich daran, dass wir das erste nach europäischen Standards (ECTS) akkreditierte PhD-Programm Deutschlands sind. Neben einem optimal betreuten Forschungsprojekt, bietet unser Programm ein extensives interdisziplinäres und moduliertes Curriculum (Schwerpunkte: Immunologie, Infektion, Onkologie/Differenzierung, Genetik/Zellbiologie), welches speziell auf die Bedürfnisse der Studierenden abgestimmt ist. Diese haben eine breite Auswahl an Pflichtseminaren, Gastseminaren, Kolloquien, Workshops, Praktika und insbesondere Veranstaltungen im Bereich der „soft skills“. Wir sind sehr stolz darauf, dass letztes Jahr 6 von 10 Studierenden des 1. Jahrganges und soeben 12 von 17 Studierenden des zweiten Jahrganges das MD/PhD-Programm nach exakt 3 Jahren mit herausragenden Leistungen abgeschlossen haben, nicht zuletzt dank der exzellenten Strukturierung und Betreuung.

Prof. Dr. Dr. h.c. Konrad Ehlich, Language Theory and Applied Linguistics

Das Linguistische Internationale Promotionsprogramm LIPP „Sprachtheorie und Angewandte Sprachwissenschaft“ besteht seit dem Herbst 2002. Zwölf verschiedene linguistische Disziplinen der LMU München sind an ihm beteiligt. Es bietet ein breites Spektrum theoretischer Positionen, methodologischer Ansätze und Praxisbezüge, die für die Promovierenden und durch sie in einer intensiven fächerübergreifenden Zusammenarbeit miteinander verbunden werden. Der interdisziplinäre Zuschnitt des Gesamtprogramms gewinnt durch ein übersichtliches Curriculum und umfangreiches Betreuungskonzept seine klare Struktur. Zugleich wirkt das Programm auf die Arbeit der linguistischen Bereiche zurück und fördert deren Vernetzung. Die innovative Möglichkeit des Erwerbs eines Doktorgrades in den Geisteswissenschaften („Dr. phil.“) mit Disputation, Abschluss innerhalb von drei Jahren, intensivem Austausch von Promovierenden aus unterschiedlichen Fächern während der Promotionszeit bietet den Studierenden neue Perspektiven. Die Attraktivität des Programms im Inland wie im Ausland zeigt, dass durch die Initiative des DAAD und der DFG ein internationaler Bedarf beantwortet wird.

In gemeinsamen Kolloquien, Workshops und Symposien haben die Promovierenden die Möglichkeit, frühzeitig ihre Arbeit sowohl den Lehrenden wie ihren Mitpromovierenden vorzustellen und aus kritischen Diskussionen für deren Fortgang zu lernen. Eine Kontrolle der Arbeitsfortschritte wird durch eine schriftliche Berichtspflicht einmal pro Semester auf der Grundlage der ausführlichen Eingangsexposés und der Rückmeldungen in den Doktorandenkolloquien gewährleistet. Das Promotionsprogramm „Sprachtheorie und Angewandte Sprachwissenschaft“ hat sich in kurzer Zeit zu einem Zentrum der Reformbemühungen innerhalb der Fakultät für den gesamten Bereich der Linguistik entwickelt. Insbesondere ist es der Motor für die geplante Einrichtung einer linguistischen „Graduate School“, die Mittelpunkt eines Kompetenzverbundes „Sprachwissenschaft“ an der LMU werden soll.

Dr. Hellmut Eckert, Graduate School of Chemistry

Im Oktober 2001 wurde am Fachbereich Chemie und Pharmazie der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster die NRW Graduate School of Chemistry (GSC-MS) gegründet. Gegenwärtig sind 51 Studierende aus 13 Ländern in der GSC-MS eingeschrieben; zwei Drittel davon sind nicht-deutscher Abstammung. Zur Anwerbung exzellenter Promovenden haben wir ein zentrales Marketing- und Zulassungsverfahren

etabliert. Unsere Marketingmaßnahmen reichen vom Versand von Plakaten und der Präsenz auf Bildungsmessen über die Vergabe von dreimonatigen Forschungsstipendien bis hin zur Auslobung eines Forschungspreises für Studierende von Undergraduate-Studienprogrammen. Hierbei hat sich die Einbindung der GSC-MS in das PHD-Netzwerk des DAAD gleich in mehrfacher Hinsicht sehr vorteilhaft ausgewirkt. So konnten wir bei unseren Marketing-Auftritten immer wieder von der Infrastruktur und der logistischen Unterstützung des DAAD profitieren. Des weiteren konnten wir auf Grund der Förderung im PHD-Programm neue internationale Kooperationen etablieren und damit die Vernetzung der GSC-MS mit ihrem fachlichen internationalen Umfeld entscheidend beschleunigen. Die Attraktivität des Forschungs- und Lehrangebots sowie unsere intensiven Bemühungen im Bereich des Marketing haben zu einer sehr hohen Anzahl von exzellenten Bewerbungen geführt, die von Jahr zu Jahr den Auswahlprozess schwieriger machen. So waren im Rekrutierungsjahr 2004 unsere 16 erfolgreichen Kandidaten aus einem Feld von 240 Bewerbungen auszuwählen. Um dieser Aufgabe gerecht zu werden, haben wir ein mehrstufiges Begutachtungsverfahren entwickelt. Die Endauswahl erfolgt im Rahmen mehrtägiger Workshops mit etwa 40-50 Kandidatinnen und Kandidaten auf der Basis strukturierter Auswahlgespräche. Um die Rückkopplung der wissenschaftlichen Mission mit den Bedürfnissen des wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Umfelds zu verstärken, wird die Graduate School aktiv durch einen Beirat mit hochrangigen Vertretern aus der chemischen Industrie, der Wissenschaft und der Politik unterstützt. Die Beiratsmitglieder beraten den Vorstand bei wichtigen strategischen Entscheidungen und unterstützen die Marketing-Aktivitäten der GSC-MS sowie das gesellschaftlich-kulturelle Rahmenprogramm. Eine weitere wichtige Rolle des Beirats sehen wir in der Anbahnung und Pflege von Kontakten mit potentiellen Arbeitgebern in Forschung und Industrie.

Christina Wendt, Berlin Graduate School of Social Sciences

Als ich vor zwei Jahren mein Diplom in den Händen hielt, stand ich nicht vor der Entscheidung, ob Promotion oder nicht, sondern, wie ich dieses Projekt in Angriff nehmen könnte. Dass der Dissertationsalltag von Sozial- und Geisteswissenschaftlern in Deutschland aufgrund des isolierten Arbeitens frustrierend sein kann, ist allgemein bekannt. Zu dieser Zeit wurde ich auf die Ausschreibung der Berlin Graduate School of Social Sciences aufmerksam, die für mich einerseits interessant war, da Auslandsaufenthalte durch DAAD-Mittel finanziert werden sollten – für mich sehr wichtig, da ich zum Zypern-Problem forsche. Andererseits gefiel mir die Vorstellung, mit einer kleinen Gruppe von internationalen Doktoranden am Institut für Sozialwissenschaften der Humboldt-Universität zusammen zu arbeiten.

Ich kann sagen, dass ich absolut glücklich bin, hier promovieren zu können. Ich war mehrere Monate auf Zypern, um Daten zu sammeln, ich habe einen Arbeitsplatz an der Graduate School und, was am allerwichtigsten ist, die Atmosphäre zwischen den Doktoranden stimmt. Wir sind zu einer echten Gemeinschaft zusammengewachsen, in der jeder das gleiche Ziel hat: seine Dissertation schnell und erfolgreich zu beenden. Und schließlich möchte ich auch erwähnen, dass sowohl die Administration der BGSS als auch die Professoren immer ein offenes Ohr für uns haben und uns mit allen Kräften bei unseren Projekten unterstützen.

Katerina Kalcheva, Munich Graduate School of Economics

Ich bin Doktorandin aus Bulgarien und absolviere gerade mein drittes Jahr an der Munich Graduate School of Economics der Ludwig-Maximilians-Universität München. Das Stipendium des von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Graduiertenkollegs „Markets, Institutions, and the Scope of Government“ ermöglicht mir das Studium in Deutschland. Es war eine besondere Herausforderung für mich, ein solches Doktorandenprogramm im Ausland zu beginnen. Inzwischen bin ich mir sicher, dass dies die richtige Entscheidung war, insbesondere im Hinblick auf die Möglichkeiten, die mir das Programm eröffnet hat.

Die Munich Graduate School of Economics ist ein innovatives, gut strukturiertes Doktoranden-Programm mit einem sehr hohen wissenschaftlichen Ansehen. Die Lehre ist ausgezeichnet. Während meines ersten und zweiten Jahres habe ich an Doktorandenkursen teilgenommen sowie zahlreiche Seminare und Workshops besucht, durch die ich meine Kenntnisse vertiefen konnte. Zusätzlich wurde mir ermöglicht, an einigen internationalen Konferenzen teilzunehmen. All diese Aktivitäten trugen dazu bei, eine tragfähige Grundlage für meine eigene Forschung zu erarbeiten.

Die Munich Graduate School of Economics bietet ein anregendes internationales Umfeld, da Studenten aus zahlreichen europäischen, aber auch außer-europäischen Ländern aufeinander treffen. Meine persönliche Motivation für die Forschung wird durch die Konkurrenz der Doktoranden untereinander und die gleichzeitig gute Zusammenarbeit miteinander unterstützt und gestärkt

Nach Beendigung des Doktorandenprogramms möchte ich meine Forschung im Bereich der Makroökonomie weiterverfolgen. Ich würde gerne in mein Heimatland zurückkehren, um dort meine Erfahrungen weiterzugeben und mein erworbenes Wissen anzuwenden.

Zhu Wei, Environment Water (ENWAT)

Mein Heimatland China ist ein Land mit einer sehr hohen Bevölkerungsdichte, einer boomenden Wirtschaft und begrenzten natürlichen Ressourcen. Es ist für uns noch ein weiter Weg, bis wir sinnvoll mit den natürlichen Wasservorkommen und der Umweltverschmutzung umgehen können. China auf diesem Weg zu helfen, war meine größte Motivation, nach Stuttgart zu kommen. Hier habe ich erst meinen Master in „Water Resources Engineering and Management” abgeschlossen und bin dann im Doktorandenprogramm „Umwelt und Wasser“ (ENWAT) aufgenommen worden.

An der Universität Stuttgart reizt mich das exzellente akademische Umfeld, die herausragenden Dozenten und die moderne Ausstattung. Ich bin mit meiner Entscheidung, hierher zu kommen, sehr glücklich. Hier habe ich eine sehr anspornende Umgebung gefunden, in der ich mein Fachwissen in ökologischen und wasserbaulichen Fragen vertiefen kann.

Das Doktorandenprogramm bietet uns neben der Möglichkeit, unsere Doktorarbeit zu schreiben, eine Reihe weiterer Vorteile. So lädt ENWAT Wissenschaftler aus aller Welt ein, die hier Vorlesungen geben und mit denen wir über unsere Arbeit diskutieren können. Beispielsweise wird an unserem Institut jede Woche ein Seminar gehalten, bei dem alle Interessierten sich austauschen können. Außerdem gibt es technische und kulturelle Exkursionen. So kann ich nicht nur meine Kenntnisse über modernste Wasserbautechnologien erweitern, sondern auch Einblicke in die lokalen Gepflogenheiten und Kultur gewinnen.

Schon heute brenne ich darauf, nach meiner Rückkehr in mein Heimatland die wissenschaftlichen Leistungen und Erfahrungen, die mir mein Deutschlandaufenthalt gebracht hat, nutzbringend anzuwenden. Ich möchte auch mein Bestes geben, um zu der Freundschaft zwischen China und Deutschland beizutragen.

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DAAD Glossar

Diplom

Akademischer Abschluss vor allem in den Ingenieur-, Natur- und Sozialwissenschaften. Das Diplom wird an den deutschen Hochschulen zunehmend durch die Bachelor- und Masterabschlüsse abgelöst.

Dissertation

Die Dissertation, auch Doktorarbeit genannt, ist die schriftliche Arbeit im Rahmen der Promotion.

Master

International anerkannter Studienabschluss, der meistens auf den Bachelor aufbaut. Masterstudien dauern zwischen zwei und vier Semestern.

Praktikum

Praktika dienen dazu, Erfahrungen außerhalb der Hochschule in Wirtschaft und Verwaltung zu sammeln. In vielen Studiengängen sind sie obligatorisch (verpflichtend).

Promotion

Die Promotion dient dazu, den Doktortitel zu erwerben. Dafür müssen die Promovierenden (Doktoranden) eine schriftliche Arbeit (Dissertation) und eine mündliche Prüfung (Rigorosum oder Disputation) ablegen. Wer promovieren will, muss meistens ein abgeschlossenes Hochschulstudium nachweisen. Viele Hochschulen bieten für die wissenschaftliche Qualifikation von Promovierenden Graduiertenkollegs und Promotionsstudiengänge an.

Semester

Bezeichnung für das akademische Halbjahr. An deutschen Hochschule gibt es in der Regel ein Wintersemester (Oktober bis März) und ein Sommersemester (April bis September). Das Semester umfasst Vorlesungszeit und vorlesungsfreie Zeit.

Seminar

Lehrveranstaltung, bei der die Studierenden (im Gegensatz zur Vorlesung) aktiv mitarbeiten. Sie diskutieren wissenschaftliche Positionen und schreiben Seminararbeiten. Der Begriff “Seminar” wird auch für eine Einrichtung an einer Universität vergleichbar dem Institut verwendet.

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© 2009 Deutscher Akademischer Austausch Dienst e.V. (DAAD), Kennedyallee 50, D-53175 Bonn
Quelle: http://www.daad.de/deutschland/forschung/promotion/04671.de.html
Stand: 2009-01-09