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Programme zur Internationalisierung der deutschen Hochschulen

Seit Mitte der 90er Jahre hat der DAAD in Verbindung mit zwei "Aktionsprogrammen" eine Reihe institutioneller strukturbildender Programme entwickelt, die darauf abzielen, den Bildungs- und Wissenschaftsstandort Deutschland international attraktiver zu machen (Ziel 3). Diese Programme dienen der inhaltlichen Verbesserung der Studien- und Forschungsangebote, einer "kundenorientierten" Verbesserung der Rahmenbedingungen für ausländische Gäste und schließlich der Professionalisierung internationaler Informations- und Marketing-Aktivitäten der deutschen Hochschulen.

Eine gesonderte Tabelle weist die Zahl der geförderten Projekte und das Mittelvolumen der hier dargestellten "institutionellen Programme" aus.

International attraktive Angebote für Studium und Forschung

Im Demonstrations-Programm "Auslandsorientierte Studiengänge" werden zurzeit 30 Bachelor- und Masterstudiengänge mit starker internationaler Orientierung gefördert. Diese Studienangebote zeichnen sich durch besondere Betreuungsangebote, integrierte Studienphasen im Ausland sowie – da rund die Hälfte der Studierenden Ausländer sind – auch durch begleitende Deutschkurse aus. Sie bieten in der Regel englischsprachige Veranstaltungen und als Abschluss den Bachelorbzw. Mastergrad an.

Mit dem Programm "Promotion an Hochschulen in Deutschland" (PHD) setzen der DAAD und die DFG gemeinsam Empfehlungen des Wissenschaftsrates und der HRK zur Reform der Doktorandenausbildung in Deutschland um. Ziel des Programms ist es, die Konkurrenzfähigkeit der deutschen Hochschulen durch eine strukturelle Veränderung des Promotionsstudiums nachhaltig zu stärken und die Attraktivität der Ausbildung für hoch qualifizierte Bewerber zu erhöhen. Zurzeit werden 42 Projekte gefördert. Für beide Programme fand im Mai eine gemeinsame Tagung zum Thema "Fundraising" und im Dezember eine Tagung zum Thema "Auswahl und Rekrutierung" statt.

Das Programm "Internationale Qualitätsnetze" ermöglicht Hochschulen den Aufbau von Netzwerken, in deren Zentrum Projekte in der Lehre und/oder der Forschung stehen, die aufgrund ihrer besonderen fachlichen und thematischen Bedeutung neue Kooperationsperspektiven mit erstrangigen ausländischen Partnerinstitutionen eröffnen. Durch die Einbeziehung von Doktoranden, Postdoktoranden, Gastprofessoren und Studierenden der jeweiligen Partnerinstitutionen leisten diese Projekte einen substanziellen Beitrag zur Internationalisierung der Hochschulen und zu ihrer verbesserten Positionierung auf dem internationalen Bildungsmarkt. 33 Projekte sind in der Förderung.

Mit dem Programm INNOVATEC werden Gastdozenturen hoch qualifizierter ausländischer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus zukunftsträchtigen Fachgebieten an deutschen Hochschulen gefördert. Die Gastdozenten leisten einen Beitrag zur Internationalisierung der Hochschulen und verbessern die Lehrkapazitäten in Fächern mit schlechter personeller Ausstattung. Darüber hinaus leisten sie Hilfe für eine qualifizierte und schnelle Verbesserung der Lehrkapazität in Fächern mit einer gegenwärtig unzureichenden personellen Ausstattung. Nach vier Auswahlrunden wurden im Berichtsjahr 83 ausländische Gastdozenten aus 30 Ländern gefördert, vorrangig in den Fächern Informatik und Naturwissenschaften.

Das Programm "Export deutscher Studienangebote" bietet den deutschen Hochschulen eine Starthilfe für unternehmerisch geplante Studienangebote im Ausland. Die Projekte reichen von Sommerschulen über die kooperative Etablierung von in Deutschland entwickelten Studiengängen an einer Partnerhochschule (Universität Göttingen in Indonesien und Chile, TU Ilmenau in Russland) und der Gründung von Fakultäten und Ausbildungszentren im Rahmen bestehender Hochschulkooperationen (Universität Bochum in Südafrika, RWTH Aachen in Thailand) bis hin zur Gründung einer eigenen Hochschule – wie im Fall der "German University of Cairo" (Universitäten Ulm und Stuttgart) oder des "German Institute for Science and Technology in Singapore" (GIST) (TU München).

Die Projekte werden in der Regel gemeinsam mit ausländischen Partnerhochschulen geführt und profitieren von der Unterstützung fachlich einschlägiger Wirtschafts- und Industrieunternehmen. Im Rahmen dieses Programms werden 29 Projekte gefördert.

Verbesserte Rahmenbedingungen für internationale Studierende und Wissenschaftler

Eine Reihe von Aktivitäten dient dem Ziel, die Rahmenbedingungen von Studien- und Forschungsaufenthalten gastfreundlicher zu gestalten. Die angestrebten Verbesserungen reichen von umfangreichen Informationsangeboten und Änderungen im Ausländer- und Arbeitserlaubnisrecht bis zum Zulassungswesen an deutschen Hochschulen und Betreuungsprogrammen.

Besondere Aufmerksamkeit verdient der Abbau sprachlicher Hürden. Diesem Ziel dient der weltweite Einsatz eines zentral gestalteten und korrigierten Deutschtests. Dieser "TestDaF" wird an zurzeit 300 Testzentren in 80 Ländern abgenommen und gilt an den deutschen Hochschulen zunehmend als Alternative zur bisher üblichen DSH-Prüfung ("Deutsche Sprachprüfung für den Hochschulzugang ausländischer Studienbewerber").

Bewährt hat sich die 2001 eingerichtete Akademische Prüfstelle (APS) in Peking, die unter dem Dach der Deutschen Botschaft vom DAAD administriert wird. Ihre Aufgabe ist es, als Servicestelle für die deutschen Hochschulen die Dokumente der zahlreichen chinesischen Studienbewerber aus China auf Echtheit zu überprüfen. Die Arbeit der APS erfährt seitens der Hochschulen eine sehr hohe Zustimmung. Im November gründeten über 40 Hochschulen, die Hochschulrektorenkonferenz (HRK) und der DAAD die Zulassungs-Servicestelle ASSIST e.V. in Berlin, die ausländischen Studienbewerbern und deutschen Mitgliedshochschulen einen besonderen (englischsprachigen) Service anbietet: die Prüfung der Zulassungsfähigkeit der Bewerber und deren elektronische Erfassung. Die Hochschulen werden so administrativ entlastet, bleiben aber inhaltlich uneingeschränkt verantwortlich.

Internationales Hochschul-Marketing

Die Arbeitsstelle "Internationales Marketing für Bildung und Forschung" nahm 2001 ihre Geschäfte auf und konnte bis Ende des Jahres 2003 auf Grund einer Sonderfinanzierung aus UMTS-Mitteln die Kampagnen im geplanten Gesamtumfang aufnehmen und umsetzen. Die Arbeitsstelle vereinigt die Geschäftsstelle des Hochschulkonsortiums "GATE-Germany" und das Sekretariat der Konzertierten Aktion "Internationales Marketing für den Bildungs- und Forschungsstandort Deutschland".

Das Konsortium "GATE-Germany" wurde gemeinsam mit der HRK gegründet und hat zum Ziel, die Studien- und Forschungsangebote ihrer 112 Mitglieder (Hochschulen, Wissenschaftsorganisationen und weitere Bildungsanbieter) international zu positionieren. Zu den Aktionsfeldern gehören Marketing-Initiativen im Ausland (Messeauftritte, Informations- und Werbetouren, Medien-Kampagnen etc.) ebenso wie Fortbildungsseminare für Verantwortliche an deutschen Hochschulen. Außerdem werden Print-Medien, CD-Roms und Websites entwickelt und produziert. Sprecher des Konsortiums ist DAAD-Vizepräsident Prof. Max Huber, der zugleich Beauftragter der Bundesregierung für das internationale Hochschulmarketing ist.

"GATE-Germany" versteht sich als Teil der Konzertierten Aktion "Internationales Marketing für den Bildungs- und Forschungsstandort Deutschland", die ebenfalls 2001 initiiert wurde und der Bund-Länder-Kommission (BLK) angegliedert ist. Der Bund, die Länder, Mittlerorganisationen, Forschungseinrichtungen und die deutsche Wirtschaft treten gemeinsam weltweit mit einer Kampagne unter dem Motto "Hi!Potentials – International Careers Made in Germany" auf. Dies wird realisiert durch eine Serie von Auslandsveranstaltungen zusammen mit "GATEGermany" und bedeutenden deutschen Forschungseinrichtungen und Förderorganisationen. Begleitet werden diese Veranstaltungsreihen von einer Medienkampagne, um die Attraktivität des deutschen Bildungs- und Forschungsangebots durch ein einheitliches Bild im Ausland zu erhöhen.

Von wachsender Bedeutung ist dabei auch die Bildung eines weltweiten Netzwerks von DAAD-Informationszentren (ICs). Sie werden von Lektoren geleitet und leisten Informations- und Beratungsarbeit vor Ort und organisieren Veranstaltungen sowie mit der Arbeitsstelle "Internationales Hochschulmarketing für Bildung und Forschung" größere Bildungsmessen; sie pflegen Kontakte zu Medien und anderen Multiplikatoren, darunter insbesondere ehemalige DAAD-Stipendiaten.

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