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Der Irak-Krieg und seine Auswirkungen in der Region und für das tief gespaltene westliche Bündnis, die andauernde Sequenz von Terror und Vergeltung in Nahost und andernorts, Verwerfungen der Weltwirtschaft und die Dialektik der Globalisierung und nicht zuletzt das redliche Bemühen um einen rationalen Dialog der Kulturen prägten die internationalen Beziehungen im Berichtsjahr und werden das wohl auch weiterhin tun. Krisenprävention und Wiederaufbau nach kriegerischen Zerstörungen und Traumata traten als neue Dimensionen von Außenkulturpolitik stärker in den Vordergrund. Sonderprogramme – für den Balkan, im Rahmen des "Stabilitätspakts" für Afghanistan und in ersten Ansätzen für den Irak (Winterschulen zur Hochschullehrer-Fortbildung) – wurden fortgesetzt, ausgebaut und neu aufgelegt. Solche Sonderprogramme sind wichtig und willkommen, sollten aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass für eine wirkliche Krisenprävention durch Dialog ein sehr langer Atem, aber vor allem ein viel breiter gefächertes Engagement und ein ungleich höherer Mitteleinsatz nötig wären; noch wird für diese friedlichen Missionen nur ein Bruchteil dessen investiert, was für die Entwicklung und den Einsatz von Waffen ausgegeben wird.

Für Westeuropa, namentlich die EU, führte die lange und kontroverse Diskussion mit dem Geldgeber BMBF über die Einstellung der Studierenden-Stipendien zu einem Kompromiss: Zwar werden die Jahresstipendien für deutsche Studierende in EU-Ländern künftig nicht mehr angeboten, dafür werden aber zwei neue Studierenden-Programme aufgelegt, die sich nicht mit den geltenden EUMobilitätsprogrammen überschneiden: Ein so genanntes "Free-Mover-Programm" zu ERASMUS-Konditionen (d.h. geringdotierte Teilstipendien) für die Fälle, in denen Hochschulen im jeweiligen Fach kein ERASMUS-Programm oder jedenfalls nicht mit der gewünschten Ziel-Hochschule anbieten; das zweite Programm bietet als "Europäisches Exzellenz-Programm" (EEP) reguläre DAAD-Teilstipendien für ausgesuchte Spitzen-Studienangebote an einzelnen europäischen Hochschulen; zurzeit sind knapp 20 Angebote im Programm, das erstmals in 2004 ausgeschrieben wird.

Einige neue Programme konnten wieder gemeinsam mit Partnern aus der Wirtschaft und überwiegend von ihnen finanziert eingerichtet werden:

  • Das Programm "Softwaresystemtechnik für junge Ingenieure aus GUS-Staaten" finanziert mit Mitteln des SAP-eigenen Hasso-Plattner-Instituts ab dem Jahr 2004, jährlich vier Graduierte und zwei Doktoranden,
  • Die Stiftung "Geld und Währung" will gemeinsam mit dem DAAD Graduierte und Doktoranden im Themenfeld Geldwertstabilität fördern,
  • Die Firma "Roche Diagnostics" finanziert ein Programm für promovierte Nachwuchswissenschaftler aus den EU-Ländern und den USA in den Fächern Biologie und Chemie,
  • DaimlerChrysler Japan fördert über den DAAD zwei japanische Nachwuchswissenschaftler im Bereich Geriatrie und HIV/AIDS-Forschung,
  • Die Deutsche Post AG (DPWN) hat mit dem DAAD ein gemeinsames "Masterprogramm mit Unternehmensanbindung" aufgelegt, mit dem jährlich fünf Studierende aus China und Indien die Möglichkeit eines mehrmonatigen kombinierten Studien- und Praxisaufenthaltes in Deutschland in den Fächern Wirtschafts- und Ingenieurwissenschaften erhalten sollen.

Alle Programme lehnen sich weitestgehend an die DAAD-Regeln an, insbesondere ist die Auswahl der Kandidaten durch unabhängige wissenschaftliche Kommissionen unverzichtbar, wenn das Programm das Gütesiegel des DAAD haben soll. Dies wird von den Unternehmen auch akzeptiert.

Weitere Programme konnten mit ausländischer Co-Finanzierung vereinbart werden, wobei die Partner neben finanziellen Mitteln auch noch spezifisches Know-how und Qualitäts-Mitverantwortung einbringen:

  • Mit unserem japanischen Partner JSPS ("Japan Society for the Promotion of Science") wurde ein neues Kurz-Stipendienprogramm (bis sechs Monate) für deutsche Doktoranden und Post-Docs vereinbart,
  • Mit der Universität von Monterrey wurde ein kombiniertes Studien-Praktika- Programm für mexikanische Studierende (teilfinanziert aus BMZ-Mitteln) nach dem erfolgreichen Muster der brasilianischen Ingenieurprogramme vereinbart,
  • Mit dem "Open Society-Institut" (OSI) der Soros-Stiftung wurde nach dem Muster des bewährten Zentralasien/Kaukasus-Programms ein je zur Hälfte finanziertes Stipendienprogramm für Geisteswissenschaftler aus Weißrussland vereinbart, die vor allem Masterkurse in Deutschland besuchen,
  • Ein neues Projektbezogenes Personenaustausch-Programm (PPP) konnte mit Tschechien auf den Weg gebracht werden, das vierte mit einem osteuropäischen Beitrittsland der EU (nach Ungarn, Polen und der Slowakei). Für Schweden gab es im dortigen PPP-Programm einen Partnerwechsel vom "Svenska Institut" zur schwedischen Stiftung "Stiftelsen för internationalisering av högre utbildning och Forskning" (STINT).
  • Im Arbeitsfeld "Zentren für Deutschlandstudien" konnten die Verhandlungen für das St. Petersburger Zentrum (Partner Universität Bielefeld) zum Abschluss gebracht und die Gespräche mit der Universität Peking soweit vorangebracht werden, dass mit einer Vereinbarung in diesem Jahr zu rechnen sein dürfte. Die Direktoren der Zentren und ausgewählte Doktoranden trafen sich auf Einladung des DAAD in Berlin zu einer ersten gemeinsamen Auswertungs- und Perspektiv- Konferenz.

Das Deutsch-Italienische Hochschul-Institut wurde mit einem hochrangig besetzten Festakt in Trient offiziell eröffnet und nimmt nunmehr seine Arbeit auf; das deutsche Sekretariat ist im DAAD verortet.

Zum Ende des Jahres lief die UMTS-Finanzierung aus. Mit diesen Geldern wurden drei Jahre lang vier Programme im DAAD (IQN, INNOVATEC, Marketing und Export deutscher Studienangebote ins Ausland) mit einem Gesamtvolumen von 20 Mio. Euro finanziert. Aufgrund der neuerlichen Einsparzwänge in den öffentlichen Haushalten können zwei dieser Programme – das Internationale Qualitäts-Netzwerk (IQN) und das Gastdozentenprogramm für innovative Fächer – nicht fortgesetzt werden bzw. müssen in andere, existierende Förderungen überführt werden. Dafür aber konnten die beiden anderen Programme, die für die Internationalisierung deutscher Hochschulen Schlüsselfunktionen haben, ungeschmälert fortgesetzt und in die regulären Haushaltsansätze übernommen werden.

Das internationale Hochschulmarketing hat mit einem Anstieg ausländischer Studierender von 50 Prozent in den letzten fünf Jahren seine quantitativen Zielmarken mehr als erreicht. In der nächsten Phase wird die qualitative Verbesserung, Differenzierung und Kundenorientierung eine größere Rolle spielen. Gleichzeitig weitet sich das Mandat über die nationalen Grenzen auf EU-Europa aus: In ihrem neuen Programm ERASMUS MUNDUS sieht die EU ausdrücklich auch eine Aktionslinie zur Förderung des europäischen Marketings in Drittstaaten vor. Zeitgleich haben DAAD, NUFFIC und EduFrance den ersten EU-Auftrag zur Ausrichtung einer europäischen Hochschulmesse in Bangkok erhalten.

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