Mit der Gründung der ersten drei Zentren
in den USA im Jahr 1991 und verstärkt im
letzten Jahrzehnt hat der DAAD gemeinsam mit
Partnern weltweit Exzellenz-Zentren gegründet,
in denen Wissenschaft, Politik und weitere
gesellschaftliche Gruppen zusammengeführt
werden in der Beschäftigung
mit Deutschland und Europa. Mit diesem Förderkonzept
wird die interdisziplinäre Zusammenarbeit
ausländischer und deutscher Wissenschaftler
vor allem im Bereich der Geistes- und Sozialwissenschaften,
teilweise auch der Wirtschaftswissenschaften
und in Jura verstärkt. Inzwischen sind
Zentren für Deutschland- und Europastudien
an ausgewählten
ausländischen Hochschulen in Großbritannien,
USA, Kanada, Frankreich, Japan, den Niederlanden,
Polen, Bulgarien, China, Russland und Israel,
eingerichtet (s.
Liste
der einzelnen Zentren).

Zentren für Deutschland-
und Europastudien
Mit der Unterstützung der Zentren für
Deutschland- und Europastudien wird vorrangig
das Ziel verfolgt, der jungen Generation von Multiplikatoren
eine Deutschland- und Europaexpertise zu vermitteln,
die auch künftig Kontinuität in der
Zusammenarbeit zwischen Deutschland und seinen
Partnerländern gewährleistet. Im Vordergrund
steht dabei die Unterstützung junger Wissenschaftler
bei ihrer wissenschaftlichen Beschäftigung
mit Deutschland im europäischen Kontext,
vor allem im Rahmen der erweiterten Europäischen
Union.
Die Einrichtung derartiger Zentren ist nur an
solchen Hochschulen sinnvoll, die über das
dafür erforderliche wissenschaftliche Potential
in den relevanten Fachrichtungen verfügen
und zu einem substantiellen eigenen Engagement
bereit und in der Lage sind. Schwerpunkte der
Arbeit der Zentren sind
- die Entwicklung, Erprobung und Durchführung
neuer Studiengänge
- die Erweiterung des Lehrangebots und die
Erhöhung der Ausbildungsqualität im
Graduiertenbereich der entsprechenden Fächer,
- die Etablierung eines Gastdozentenprogramms
mit den führenden Deutschland- und Europaexperten
des Partnerlandes und aus Deutschland,
- die Heranbildung einer jungen Nachwuchsgeneration
von Deutschland- und Europaexperten, die in
ihren Ländern als künftige Multiplikatoren
wirken werden
- der Ausbau der projektbezogenen Forschung
zur Entwicklung der Bundesrepublik Deutschland
in Zeitgeschichte und Gegenwart,
- die Ausstrahlung über die Zentren hinaus
auf eine breitere Öffentlichkeit in Region
und Partnerland, insbesondere auf dem Gebiet
der Politikberatung.
Die Finanzierung der bisher eingerichteten Zentren
erfolgt auf der Grundlage der Kostenteilung in
zwei möglichen Varianten:
- Übernahme eines großen Teils der
laufenden Kosten bis zu zehn Jahren durch die
deutsche Seite bei gleichzeitiger Ansammlung
eines Stiftungskapitals durch den ausländischen
Partner
oder
- Teilung der laufenden Kosten für einen
Zeitraum von bis zu 10 Jahren mit der Verpflichtung
des ausländischen Partners, nach Ablauf
dieser Frist das Zentrum aus eigenen Mitteln
weiter zu unterhalten.
Vom 15.-16.06.2007 tagten
die Vertreter der Zentren in Amsterdam (s.
Programm; PDF-Datei).
Außerdem findet eine Doktorandenkonferenz für Nachwuchswissenschaftler
aller Zentren statt.
Die erste Konferenz der vom DAAD mit Mitteln
des Auswärtigen Amtes geförderten
Zentren hat vom 19. bis 21. Juni 2003 in Berlin
stattgefunden. Zu einer zweiten Konferenz trafen
sich Vertreter aller Zentren vom 24.-26. Mai
2005 in Birmingham, anlässlich des
Ausscheidens des dortigen Gründungsdirektors,
Prof. Dr. William Paterson.
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