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Die Beiträge der einzelnen Geldgeber zu den Gesamtausgaben 2005 - mit Vergleichszahlen für die Vorjahre - sind in der folgenden Tabelle dargestellt.

Der Haushalt des DAAD 1990 - 2005; Ausgabesummen nach Geldgebern (in Mio. EURO)
    1990 1995 2002 2003 2004 2005
AA   84,1 118,4 123,1 120,3 118,3 116,91)
BMBF (vor 1994 BMBW/BMFT) 26,4 38,4 76,3 75,5 60,5 64,9
BMZ   5,7 9,8 20,4 21,3 21,7 23,6
BMWA/ERP   2,0 0,6 1,1 1,2 1,1 1,1
Sonstige Bund 0,1 0,1 0,6 0,4 0,3 0,5
Bund insgesamt 118,3 167,3 225,9 218,7 201,9 207,0
Länder   1,3 0,7 0,9 0,7 0,6 0,6
EU2)   12,0 22,2 20,3 25,1 30,0
Andere   15,0 7,3 11,9 11,5 9,9 10,2
Gesamt 134,6 187,3 256,5 251,2 237,5 247,8
1) Davon für den Verwaltungshaushalt des DAAD (Personal-, Sach- und Investitionskosten) 20 Mio.
2)
 
Einschließlich BIBB.

Im Berichtsjahr ist das Gesamtbudget gegenüber dem Vorjahr um 10,3 Mio. Euro gestiegen. Die Steigerung ist im Wesentlichen auf Zuwächse im Bereich des BMBF (4,4 Mio. Euro), der EU (4,9 Mio. Euro) und des BMZ (1,9 Mio. Euro) zurückzuführen. Ursache für den Aufwuchs beim BMBF ist das neue Sonderprogramm PROFIS. Der Ausgabenzuwachs bei der EU hat zum Teil nur buchungstechnische Gründe (verspätete Zahlungen für das Vorjahr), zum Teil auch hat er mit der Ausweitung der Programme zu tun, was ebenfalls für den Mittelaufwuchs beim BMZ gilt (z.B. Ärzte-Programm). Dagegen hat sich die Zuwendung des Auswärtigen Amtes um 1,4 Mio. Euro verringert, was insbesondere auf eine Kürzung der Mittel bei den Stabilitätspaktprogrammen Südosteuropa (0,4 Mio. Euro) und Afghanistan (0,7 Mio. Euro) zurückzuführen ist.

In die Gesamthaushaltssumme von 247,8 Mio. Euro sind eine Reihe von Finanzierungsbeiträgen nicht eingerechnet, die in Zusammenhang mit der Förderarbeit des DAAD stehen. Dies gilt insbesondere für die treuhänderisch verwalteten Mittel der Versicherungsstelle im DAAD (1,8 Mio. Euro) und die Leistungen Dritter, die unmittelbar in die Austauschprogramme einfließen: Gehaltszahlungen ausländischer Hochschulen für vom DAAD vermittelte Dozenten und Lektoren, Gegenstipendien ausländischer Partner, paritätische Finanzleistungen im Wissenschaftleraustausch und bei der projektorientierten Personenförderung, Befreiung von Studiengebühren u.a.m.. Diese indirekt in die Programme einfließenden, aber im DAAD-Haushalt nicht ausgewiesenen Beiträge Dritter sind im Berichtsjahr um 1,6 Mio. Euro gestiegen und mit 39,6 Mio. Euro zu veranschlagen.

Vollends außer Ansatz bleiben die indirekten Leistungen der Hochschulen und der Länder als institutionelle Träger, ohne die die Austauschtätigkeit des DAAD nicht denkbar wäre. Das finanzielle Engagement der Hochschulen und Länder ist mit dem des Bundes durchaus vergleichbar, wenn man die Kosten der (noch weitestgehend) gebührenfreien Studienplätze für ausländische Stipendiaten, die Betreuungsleistungen der Hochschullehrer und wissenschaftlichen Mitarbeiter, die Beurlaubungen von Wissenschaftlern, die ehrenamtliche Mitwirkung von Kommissionsmitgliedern sowie die administrativen Hilfeleistungen der Hochschulverwaltungen – hier insbesondere der Akademischen Auslandsämter – in Rechnung stellt.

Vom „sichtbaren“ Haushalt des DAAD trägt das Auswärtige Amt als institutioneller Förderer den weitaus größten Teil der Verwaltungskosten und auch den größten Teil der Programmkosten. Traditionell sind dies vor allem die Mittel für die Förderung von Ausländern für Studien- und Forschungsaufenthalte in Deutschland (56,1 Mio. Euro), für Projekte und Programme der wissenschaftlichen Zusammenarbeit einschließlich der Vermittlung deutscher Wissenschaftler in das Ausland (15,0 Mio. Euro) sowie die Förderung von Lektoren zur Lehrtätigkeit an Hochschulen im Ausland (18,2 Mio. Euro). Zusätzliche Mittel erhielt der DAAD erneut für die Stabilitätspaktprogramme Südosteuropa (2,6 Mio. Euro) und Afghanistan (2,2 Mio. Euro). Erstmalig bewilligt wurden Mittel für das Sonderprogramm Tsunami (0,3 Mio. Euro). Das Programm soll in den nächsten Jahren fortgesetzt werden.

Die Mittel des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) sind vor allem für die Förderung deutscher Studierender und Graduierter im Ausland (25,8 Mio. Euro), für den bilateralen Hochschullehreraustausch, die Programme des „Projektorientierten Personenaustauschs“ und „Studienangebote deutscher Hochschulen im Ausland“ (16,9 Mio. Euro) sowie für die Programmlinie Marketing und Information (7,5 Mio. Euro) vorgesehen. Hinzu kommen Zuwendungen für Sonderprogramme u.a. für das auslaufende Modellprogramm „Auslandsorientierte Studiengänge“ (1,2 Mio. Euro), für PROFIS (4,8 Mio. Euro) sowie für die „Förderung der Weiterentwicklung von Hochschule und Wissenschaft“ (PHD) (6,1 Mio. Euro). Darüber hinaus führt der DAAD für die Fachabteilungen des BMBF eine Reihe von spezifischen Austausch- und Kooperationsprogrammen durch.

Die Mittel des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) dienen der Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses und der Fortbildung von Fach- und Führungskräften aus Entwicklungsländern. Schwerpunkte sind das Sur-Place-Drittlandstipendienprogramm, die Aufbaustudiengänge mit entwicklungsländerbezogener Thematik an deutschen Hochschulen, die Förderung fachbezogener Hochschulpartnerschaften, die Alumni-Programme und das Alumni-Sommerschulprogramm deutscher Hochschulen für ihre Absolventen aus Entwicklungsländern sowie länderbezogene Nachwuchsprogramme mit fortgeschrittenen Entwicklungsländern.

Drittgrößter Geldgeber ist die EU-Kommission, insbesondere mit ihrem Mobilitätsprogramm SOKRATES/ERASMUS. Der DAAD wirkt hier als Nationale Agentur und verteilt an die deutschen Hochschulen Teilstipendien für deutsche Studierende und Dozenten sowie Mittel zur Verwaltung der Mobilität. Über das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) erhält der DAAD zudem Mittel der EU-Kommission für Informations-, Beratungs-, Evaluierungs- und Analyseaufgaben sowie für seine Funktion als nationales Koordinationszentrum für den Teil Hochschule und Wissenschaft im EU-Programm LEONARDO DA VINCI II.

Vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) erhält der DAAD aus dem ERP-Sondervermögen (European Recovery Program) Mittel zur Realisierung eines Spezialprogramms zur Förderung junger Studierender der Wirtschaftswissenschaften aus Russland, Bulgarien, Rumänien, Kasachstan, der Ukraine und Belarus.

Hinzu kommt – ebenfalls aus ERP-Mitteln und über die Kreditanstalt für Wiederaufbau finanziert – eine Teilfinanzierung für einzelne Projekte deutsch-amerikanischer Zusammenarbeit.

Unter dem Stichwort „Andere“ finden sich u.a. die folgenden Geldgeber: Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit – GTZ (vor allem für die Fortbildung von Wissenschaftlern aus Entwicklungsländern im Rahmen von GTZ-Projekten der Entwicklungszusammenarbeit: 0,3 Mio. Euro), ausländische Regierungen mit verschiedenen Stipendienprogrammen (2,8 Mio. Euro), Dr. Mildred Scheel-Stiftung für Krebsforschung (Fortbildungs- und Forschungsstipendien für Deutsche: 1,2 Mio. Euro). Rund 4,5 Mio. Euro stammen aus Einnahmen für Programme verschiedener Träger wie z.B. der Siemens AG, der Roche Diagnostics GmbH, dem „Open Society Institute“, der Wissenschaftsgemeinschaft Gottfried Wilhelm Leibniz, der Helmholtz-Gemeinschaft, der UNESCO sowie aus Mitgliedsbeiträgen, eigenen und sonstigen kleineren Einnahmen.

Mittel des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft werden in Einzelfällen und für Pilotprojekte eingesetzt, wenn staatliche Förderung (noch) nicht zur Verfügung steht, so z.B. für das „Emeriti-Programm“ und die Einrichtung von Lehrstühlen an der Tongji-Universität in Shanghai, die Soforthilfe für indonesische Stipendiaten sowie auch als Infrastrukturhilfen für die Stärkung der DAAD-Selbstverwaltung. Insgesamt erhielt der DAAD 2005 aus Mitteln des Stifterverbandes 1,4 Mio. Euro für gemeinsam abgesprochene Programme.
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